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Regulierung im Abseits?

05.03.2015 – boersenplatz_ffmHeinz Klaus Mertes vom Finanzplatztag in Frankfurt.

Zum Auftakt gemischtes Wetter in Frankfurt, wechselhaftes Wetter an der Börse, gemischte Stimmung am Finanzplatz Deutschland, um den es im IHK-Gebäude am Börsenplatz ging und die sich in der abschließenden Podiumsdiskussion mit dem frisch ins Amt gekommenen Bafin-Präsidenten in einem kleinen Anti-Regulierungsgewitter entlud.

Regulierungsprofi und -routinier Felix Hufeld – immer noch in kommissarischer Personalunion zuständig für die Versicherungsaufsicht – überraschte zunächst mit der dialektischen Volte, nicht über die “Zukunft der Regulierung” vortragen zu wollen, sondern von der “Regulierung der Zukunft”.

podiumsdiskussionDoch genau da wurde es in der anschließenden Podiumsrunde unter dem aufmunternden Thema “Regulieren wir uns ins Abseits?” konkret und durchaus kontrovers. DZ Bank-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Kirsch, der gerade von seiner Jahresbilanzkonferenz kam, rechnete vor, was sein Unternehmen das Karussell an Umfragen, Stresstests und vielen anderen abverlangten Reports “zu den gleichen Themen mit den immer gleichen Ergebnissen nur von verschiedenen Behörden” seine Bank kostete. Um die 250 Mio. Euro gingen vom Bilanzergebnis ab.

Heftiges systematisches Paroli gab Prof. Christoph Kaserer, Lehrstuhlinhaber für Finanzmanagement und Kapitalmärkte, an der TU München, der sich gleich offenbarte: “Ich bin kein Freund der Regulierung”. Er führte an, dass die Banken durchweg nicht mehr ihre Kapitalkosten verdienen. Des Wissenschaftlers, den man sich bei den Versicherern merken sollte, rhetorische Frage: “Wie lange kann das gut gehen?” Die Auswirkungen auf die Finanzierung der Realwirtschaft seien fatal und behinderten das Wachstum. Und immer mehr Regulierung obendrauf, ohne die bisherigen Wirkungen zu analysieren, provoziere gerade zu der Ruf nach einem Regulierungsmoratorium zum Sichten. Solche Rufe aber findet Hufeld unrealistisch angesichts des globalen Gestaltungsdrucks zum Eindämmen der Risiken.

Heute gehts weiter mit dem Finanzplatztag. Die Perspektiven von Investoren/Ermittelnden/Services stehen auf der Agenda vor den rund 300 Teilnehmern aus dem Finanzsektor. Die Versicherer sind nicht vertreten, kommen aber in Vorträgen, Podien und Workshops vor. Umgehen kann man sie ja nicht, wenn es um den Finanzplatz D geht. (hkm)

Bilder: Börsenplatz Frankfurt und Podiumsdiskussion mit Claus Döring (links), Chefredakteur der Börsenzeitung, Felix Hufeld, Präsident der Bafin, und Prof. Christoph Kaserer (Mitte), und Deka-Bankchef Wolfgang Kirsch (rechts) (Quelle: Heinz Klaus Mertes)

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