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Prognosen, Prioritäten, Postulate: Stimmen aus der Versicherungswirtschaft zum Geschäftsjahr 2014

07.01.2014 – erdland-3Alexander Erdland: Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: “Unsere Aufgabe ist es, die Schwierigkeiten, die aus der Niedrigzinsphase erwachsen, klar zu formulieren und unsere Kunden gut und sicher zu leiten. Wir arbeiten an unseren Hausaufgaben, wir bilden eine Zinszusatzreserve, überprüfen unsere Überschussbeteiligung mit neuen Garantiemodellen, diversifizieren unsere Kapitalanlagen und senken die Kosten.

Fast alle Experten erwarten, dass die Niedrigzinsphase auch 2014 anhalten wird. Dies führt unweigerlich zur Frage, wie unsere Lebensversicherer ihre Produktpalette entsprechend weiter entwickeln können. 2013 haben die deutschen Lebensversicherer jeden Monat etwa 300 Millionen Euro an Bewertungsreserven ausgeschüttet. Mit unserer klaren Kommunikation in dieser Sache haben wir in den vergangenen Wochen immer mehr Unterstützer gefunden.”

FaulhaberMarkus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG: „Die jüngst verabschiedeten europäischen Regelungen zu Solvency II zielen, wie auch die Einführung einer sogenannten Zinszusatzreserve in Deutschland auf eine Stärkung der Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer. Unsere Kunden profitieren davon, wenn wir durch diese Maßnahmen die Lebensversicherung noch krisenfester machen.”

LaueUwe Laue, Vorsitzender des Verbands der Privaten Krankenversicherung: „Die private Krankenversicherung hat angekündigt, dass das Tarifwechselrecht gestärkt und kundenfreundlicher ausgestaltet werden soll. Zu diesem Zweck soll es mehr Transparenz geben, damit den Kunden alle notwendigen Informationen zum Tarifwechsel mitsamt den zu zahlenden Beiträgen, den Zieltarifen, schnell und übersichtlich zur Verfügung stehen. Der gut funktionierende Standardtarif sollte für all jene geöffnet werden, die sich erstmals ab dem 1. Januar 2009 privatversichert haben. Fest steht, dass sich die Branche, mit dem impliziten Bekenntnis zur Dualität durch Union und SPD, nun verstärkt diesen Reformprozessen widmen wird.”

ArnorldussenLudger Arnoldussen, Vorstand der Münchener Rück und unter anderem für das Deutschland-Geschäft zuständig: “Alternatives Kapital wird den deutschen Markt nur begrenzt beeinflussen. Ich vermute, dass sich zumindest die kleinen und mittleren Versicherer auch in den nächsten Jahren weiter auf eine überschaubare Anzahl traditioneller Rückversicherungs-Kapazitätsgeber stützen werden.” Die zunehmende Internationalisierung des Erstversicherungsgeschäftes führt bei global aufgestellten Unternehmen zu einer Straffung bisher international separat eingekaufter Rückversicherungen.”

 
 

BruneRainer Brune, Mitglied des Vorstands der Axa Versicherung: „In diesem Jahr ist die Kfz-Sparte endgültig in der harten Phase des Marktes angekommen. Bislang wurde der Preiswettbewerb durch die Versicherer induziert und das Kundenverhalten war im Wesentlichen geprägt durch die Interaktion mit dem personalen Vertrieb. Durch den wachsenden Einfluss der Vergleichsportale erhöhen sich Preistransparenz und Transaktionsgeschwindigkeit erheblich. Diese Entwicklung wird den Wettbewerb weiter befeuern. Wenn die Umschlagsgeschwindigkeit steigt, steigen auch die Anforderungen an Pricing, Kostenmanagement und Kundenbindung.”

WolffUlrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorsitzender des Vorstands der SV-Sparkassenversicherung: „Die deutsche Versicherungswirtschaft erwartet in der Gebäudeversicherung eine Combined Ratio von etwa 150 Prozent. Mit einer reinen Preisanpassung hin zu angemessenen Prämien ist es nicht allein getan. Für eine wirksame Risikovorsorge ist eine Risikopartnerschaft zwischen den betroffenen Bürgern, dem Staat sowie den Versicherungsunternehmen zwingend notwendig. Viele Schäden können durch eine bauliche Vorsorge in der Schadenhöhe deutlich verringert, oftmals sogar gänzlich vermieden werden.”

 

WesselhoeftPeter Wesselhoeft, Präsident des Verbandes Deutscher Versicherungsmakler (VDVM): “Nach Jahren des weichen Marktes steigt das Prämienvolumen in der Industrieversicherung für 2014 wieder deutlich. Bereits jetzt ist der Markt insbesondere für schwere Risikogruppen erheblich enger geworden. Anforderungen an Versicherungslösungen steigen massiv. Gerade mittelständische sehen sich gezwungen immer umfassendere vertragliche Haftungen zu akzeptieren. Mit der adäquaten von Prototypenrisiken in der Haftpflicht tun sich Versicherer aber schwer.”

HufeldFelix Hufeld, Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht der Bafin: “Die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes auf die Versicherungsunternehmen werden die Aufsicht intensiv beschäftigen. Dabei werden wir uns genau ansehen, wie die einzelnen Unternehmen mit diesem Problem umgehen. Einen weiteren Schwerpunkt wird die Auseinandersetzung mit Solvenzy II bilden. Es ist aus meiner Sicht von elementarer Bedeutung, dass wir spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2014 eine Bestandsaufnahme vornehmen, wie wirksam die Instrumente des LTG-Paketes genau sind, und an welchen Stellen noch Arbeit auf uns wartet.”

(ki)

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