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Probleme und Potenziale bei Leistungsprüfern

20.05.2014 – ziegerer_vvalDie Risiko- und Leistungsprüfer in der Lebensversicherungsbranche haben ein Nachwuchsproblem. Es gibt laut Helga Grundmann, Head of Section Claims bei der Munich Re, nicht nur zu wenige, sondern auch keine deutschlandweite anerkannte, konzernunabhängig und standardisierte Aus- und Weiterbildung.

“Unternehmen müssen sich zunehmend den Herausforderungen im Risikomanagement stellen. Beispiele hierfür sind Niedrigzinsen und Solvency II”, sagt Helga Grundmann: “Dem Risiko- und Leistungsprüfer kommt im Unternehmen eine besondere Bedeutung zu, da seine Tätigkeit integraler Bestandteil des Managements versicherungstechnischer Risiken ist.”

Arbeitskreise, die mit sehr erfahrenen Mitarbeitern aus Erst- und Rückversicherungshäusern besetzt waren, haben sich unter dem Dach des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft grundsätzliche Gedanken über ein Berufsbild des Risiko- und Leistungsprüfers in der deutschen Lebensversicherung gemacht. Diese Überlegungen sollen heute in einem Forum auf der Jahrestagung des Vereins (siehe MÄRKTE) vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert werden.

Dass die Ansprüche an das Berufsbild groß sind, erläutert Helmut Ziegerer, Präsident der Vereinigung der Versicherungsmediziner, Antrags- und Leistungsprüfer (VVAL). “Mit der wachsenden Komplexität der Fälle müssen sich die Prüfer trotzdem auseinandersetzen. Zugleich unterliegen die Prüfer steigendem Kosten- und Zeitdruck”, erläutert er in seinem Beitrag für die kommende Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 6/14): “Nicht jedem Vorgang kann daher immer die gleiche und individuelle Aufmerksamkeit zuteil werden. Allerdings stellt er klar: gerade in der Berufsunfähigkeit komme es zu 75 Prozent zur Leistungsbewilligung, die Quote der prozessualen Auseinandersetzungen nach Ablehnung liege bei 3,2 Prozent. Seine Vereinigung habe sich 2009 gegründet, um Prüfern eine Stimme zu geben und den fachlichen Austausch zu ermöglichen.

Nicht nur bei den Leistungsprüfern sieht Ziegerer demnach Verbesserungspotenzial: gerade in der Ausgestaltung der Arbeitsprozesse könnten Versicherer effektiver werden. Unter anderem spricht er Module für Tele-Underwriting an, die IT und Unternehmensrichtliniern sowie Kompetenzverteilung. “Damit ließen sich mittelfristig Arbeitsrückstände aufholen und langfristig Antwortzeiten verkürzen sowie die Arbeitsqualität und -zufriedenheit steigern.”

Zentral seien zudem Transparenz und Kundenkommunikation. Nicht zuletzt führen laut Ziegerer bereits am Anfang des Prozesses die häufig komplexen Gesundheitsfragen zu Missverständnissen. (vwh)

“Verständnis für differenzierte Sichtweise” – lesen Sie den Gastbeitrag von Helmut Ziegerer in der kommenden Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 6/14).

Foto: Helmut Ziegerer geht auf die Herausforderungen des Berufsstandes der Leistungsprüfer ein (Quelle: VVAL)

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