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Holt Deutschland den WM-Titel, muss der Schaden reguliert werden

16.06.2014 – StrehlEine Mio. Euro für den Tipp-König bei Bild, Geld zurück bei korrekt getippter Finalpaarung beim Media-Markt oder ein satter Bonus vom lokalen Stromanbieter für jede Runde, die das deutsche Team übersteht. Derartige Preisausschreiben oder Rabatte können versichert werden und finden sich zuhauf beim Blick ins Netz. Alexander Strehl arbeitet bei SRC Special Risk Consortium in München, ein Unternehmen, das sogenannte Prize Indemnity Versicherungen anbietet.

“In der Tat schlagen zwei Herzen in meiner Brust”, entgegnet Alexander Strehl der Frage, ob er bei der aktuellen WM in Brasilien mit der Nationalmannschaft mitfiebert, oder ob er sich vielmehr ein frühes Aus wünscht, damit sich der Schaden für seinen Arbeitgeber in Grenzen hält: “Entscheidend ist jedoch, dass die Risiken korrekt bewertet wurden und eine adäquate Prämie zu Buche schlägt. Sollte Deutschland dann Weltmeister werden, freue ich mich als Fußball-Fan und muss akzeptieren, dass die folgenden Wochen mit Schadenregulierung verbracht werden.” Im Interview mit VWheute-Redakteur Rafael Kurz erklärt der Buchautor (siehe POLITICS) unter anderem, wie viele derartige Versicherungen das SRC Special Risk Consortium zur WM in Brasilien am Laufen hat:

Alexander Strehl: Bei der aktuellen WM haben wir um die 25 Policen gezeichnet, bei denen die unterschiedlichsten Risiken versichert sind. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Gewinne von bis zu einer Million Euro bei WM-Tippspielen oder Geld-zurück-Aktionen, wenn Deutschland Weltmeister wird.

VWheute: Wie hoch ist der Kumulschaden?

Alexander Strehl: Die Kumulkontrolle spielt hierbei natürlich eine entscheidende Rolle. Da jedoch nur genau eine Nation Weltmeister wird, können manche Policen nicht gleichzeitig zu einem Schaden führen. Der insgesamt mögliche Maximalschaden liegt unter fünf Millionen Euro.

Prize Indemnity

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Die Varianten der Prize Indemnity Versicherung. (Quelle: vwh/ Alexander Strehl)

VW Heute: Sind Sie in diesem Fall rückversichert?

Alexander Strehl: Als Assekuradeur zeichnet die SRC Special Risk Consortium im Namen von Erstversicherungsgesellschaften, die wiederum großen Rückversicherern gehören. Konzernintern werden die Risiken dann vermutlich rückversichert sein, dies entzieht sich jedoch unserer Kenntnis.

VWheute: Persönliche Frage: Wie kamen Sie zu Prize Indemnity Versicherungen?

Alexander Strehl: Tatsächlich kam ich zu dieser Nische der Versicherungsbranche über meine Liebe zum Fußball. Am Ende meines Wirtschaftsingenieur-Studiums in der Fachrichtung “Versicherung” musste ich eine Diplomarbeit verfassen. Meine Professorin schlug vor, ein Thema zu wählen, welches meiner Ausbildung und meiner “persönlichen Leidenschaft” entsprach. Es stand zur Debatte, die Versicherung von Ferraris zu untersuchen oder die Versicherung von Fußballvereinen. Ich entschied mich für Letzteres.

VWheute: Ihr Tipp für heute Abend?

Alexander Strehl: 0:0. Weltmeister wird Belgien.

Foto: Alexander Strehl ist Experte und Buchautor zum Thema Prize Indemnity Versicherung. (Quelle: privat)

“Wenn der Käufer sechsmal trifft” – Unternehmen nutzen die Fußballweltmeisterschaft massiv für Marketing-Aktionen. Das bietet Chancen für Versicherer mit Prize Indemnity Produkten: (Versicherungswirtschaft, Heft 6/14, S.26ff)

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