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Private Equity: Unumgängliche Assetklasse für Versicherer

15.12.2014 – Schad__CollerAußerbörsliche Unternehmensbeteiligungen stehen sehr hoch in der Gunst institutioneller Investoren. Auch Versicherer investieren in Private Equity, in sogenannte Real Assets wie erneuerbare Energien, Rohstoffe oder Infrastruktur. Michael Schad, Partner bei Coller Capital, die heute eine Studie zum Thema veröffentlichen, geht im Interview mit VWheute ins Detail.

VWheute: Welches Trends haben Sie erkannt in Sachen Private Equity für institutionelle Anleger wie Versicherer?

Michael Schad:
Die Anlageklasse Private Equity gewinnt für Versicherer weiterhin an Bedeutung. Die Erwartung vor einigen Jahren war, dass sich vor allem mittlere oder kleinere Versicherer wegen Solvency II aus der Anlageklasse zurückziehen könnten. Wir sehen momentan das Gegenteil am Markt. Im Niedrigzinsumfeld ist eine Anlageklasse wie Private Equity, in der ein Großteil der Investoren hohe Renditeerwartungen hat, fast unumgänglich. 93 Prozent aller Investoren in unserer Umfrage erwarten elf Prozent Rendite oder mehr (siehe MÄRKTE).

Wie bewerten Sie Aussagen seitens der Versicherungswirtschaft, verstärkt in Private Equity (PE) Real Assets zu investieren?

Die Versicherungswirtschaft war ein Vorreiter im Bereich PE Real Asset Investitionen im deutschsprachigen Raum. Vor allem die großen Versicherungen betreiben insbesondere das Infrastruktur PE Geschäft schon seit vielen Jahren und haben teilweise Teams, die sich direkt an Infrastrukturtransaktionen beteiligen. Kleinere Versicherer investieren in PE Real Assets hauptsächlich über Fondsbeteiligungen. Ich sehe den Trend, dass Versicherer verstärkt in PE investieren, durchaus positiv, da das langfristige Renditeprofil, das eine Investition in PE Real Assets liefert, gut zu den langfristigen Verbindlichkeiten einer Versicherung passt.

Wo sehen Sie hier die Grenzen des Engagements?

Die Grenzen des Engagements in Private Equity müssen je nach Risikoappetit individuell von jedem Investor abgestimmt werden. Im globalen Kontext haben manche anglosächsische Stiftungen oder Pensionskassen weit über zehn Prozent ihres Anlagevermögens in Private Equity investiert. In Deutschland liegt diese Quote oftmals eher in der Region zwischen zwei und fünf Prozent.

Welche Gefahren birgt eine dramatische Zunahme des Investitionskapitals, wenn beispielsweise Pensionsfonds mit ihrem Kapital in den Markt strömen?

Der Private Equity Markt hat sich über die letzten Dekaden von einer Nische im globalen Anlagemarkt zu einer etablierten Anlageform entwickelt. Pensionsfonds, vor allem aus Amerika und Großbritannien, aber auch zunehmend aus Kontinentaleuropa, Asien und Südamerika, sind in Private Equity investiert. Durch die Langlebigkeit von Private Equity Kapital – Fonds haben typischerweise eine Investitionsperiode von fünf Jahren – sollte auch eine deutliche Zunahme des Investitionskapitals längerfristig gut anzulegen sein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz.

Bild: Michael Schad ist als Partner des Sekundärmarktinvestors Coller Capital für die Auftragsakquise und -ausführung verantwortlich, mit Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Raum. (Quelle: Coller Capital)

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