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„Prämien für Kriegskaskoversicherungen werden steigen“

12.08.2014 – SiebertDie Flugzeugkatastrophen trafen in diesem Jahr den Luftfahrtversicherungsmarkt geballt: Erst verschwand Flug MH370 bis heute spurlos, dann wurde Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen. Kurz darauf musste eine Transasia-Maschine in Taiwan notlanden und eine Air Algérie-Maschine stürzte über Mali ab. Delvag-Vorstand Reiner Siebert prognostiziert angesichts dieser Großschäden Prämiensteigerungen, vor allem in der Kriegskaskoversicherung.

„In der Kriegskaskoversicherung, die auch Schäden aus Terrorereignissen und ähnlichen Gefahren abdeckt, wird es zwangsläufig zu einer Anpassung der Risikobewertung und somit Steigerung der Prämien kommen müssen, da die aus den aktuellen Schadenereignissen resultierenden Versicherungsleistungen die im weltweiten Hull War Markt gezahlten Prämien um ein Vielfaches übersteigen.“

Die Kriegskaskoversicherung stelle jedoch nur eine Nebenpolice dar. Hinsichtlich der Hauptpolice der Airlines, die die Kasko- und Haftpflichtrisiken aus den operationellen Gefahren der Fluggesellschaften abdeckt, sei es noch zu früh, um Auswirkungen auf die Prämienkalkulation absehen zu können: „Wir sehen zwar auch hier erste Anzeichen und Versuche von einzelnen Versicherern – insbesondere denen, die von den MH-Unglücken betroffen sind – die aktuellen Ereignisse zum Anlass zu nehmen, um generelle Prämienerhöhungen durchzusetzen. Allerdings erwarten wir als Einkäufer von Deckungsschutz hier seitens des Versicherungsmarktes weniger eine pauschale Preisanpassung nach dem „Gießkannenprinzip“ als vielmehr eine professionelle und differenzierte Auseinandersetzung mit den zu zeichnenden Risiken.“

Aus Sicht von Siebert gehen die Fluglinien hinsichtlich der Auswahl ihrer Flugrouten – MH17 wurde über der ostukrainischen Krisenregion abgeschossen – allerdings kein zu großes Risiko ein. „Es werden ja ausschließlich Flugrouten durch Lufträume gewählt, die von den internationalen Luftfahrtorganisationen und Behörden freigegeben sind. Sofern Erkenntnisse vorliegen, die auf ein erhöhtes Risiko oder eine unkalkulierbare Sicherheitslage hinweisen, werden die Flugrouten seitens der Airlines angepasst – in der Regel werden die Lufträume dann auch gesperrt oder es wird behördlicherseits in Form von Safety Information Bulletins gewarnt. Die Versicherer könnten theoretisch Einfluss auf die Flugrouten nehmen, indem sie den gebotenen Deckungsschutz geographisch einschränken. Allerdings reagieren die Fluggesellschaften üblicherweise selbst jedoch schneller auf eine geänderte Sicherheitslage, als es die Versicherer tun können.“ (jko)

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