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Pragmatischer Ansatz zur Wirtschaftlichkeit der Telemedizin

04.12.2015 – E-Health_fotoliaFür Jörg-Peter Klötzer und Stefan Christiansen von der Axa ist die Kosteneffizienz bei Einführung der Telemedizin zentral. “Solange die Wirtschaftlichkeit telemedizinischer Anwendungen nicht nachgewiesen ist, ist eine grundlegende Voraussetzung für die Aufnahme in den Leistungskatalog der GKV nicht gegeben”, erklären die Experten in der aktuellen Versicherungsmedizin. Sie liefern einen pragmatischen Ansatz.

Einen Beitrag zur Optimierung der Behandlungsprozesse könnte in den Augen von Gesundheitsökonom Stefan Christiansen und Jörg-Peter Klötzer, Stabsstellenleiter Medizinisches Gesundheitsmanagement bei der AXA Krankenversicherung, die Telemedizin leisten. Als zentrale Beispiele führen Sie elektronische Fallakte, die elektronische Gesundheitskarte und das Telemonitoring an.

Der Gesundheitssektor, schreiben die beiden in der VersMed, sei der Megamarkt der nächsten Jahrzehnte. “Damit avancieren die Telemedizin und die Gesundheitstelematik zum Zukunftsgut.”

Das Problem liege nun darin, dass viele Autoren der Telemedizin diesbezüglich zwar großes Potenzial zuschreiben, dies aber noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt sei. Die Schlussfolgerung der Experten: “Die Durchführung prospektiver, randomisierter, kontrollierter und doppeltblinder Studien ist aufgrund ethischer Bedenken oder methodischer, organisatorischer und finanzieller Hindernisse gar nicht möglich.”

Solange die Wirtschaftlichkeit telemedizinischer Anwendungen nicht nachgewiesen ist, könnten auch nicht die Potenziale der Telemedizin genutzt werden. Dies bedeute, dass der Bevölkerung eine Verbesserung der medizinischen Versorgung möglicherweise vorenthalten wird und das Potenzial zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen nicht genutzt wird.

“Sollte sich dieser Prozess allerdings zu lange hinziehen muss damit gerechnet werden, dass telemedizinsche Anwendungen eingesetzt werden, auch ohne dass deren Kosteneffektivität durch entsprechende Studien belegt ist”, erklären Klötzer und Christiansen.

Der Ansatz der beiden Experten sieht nun die Erarbeitung einer Liste vor, in der die wichtigsten Positionen, die zu einer Kostensenkung führen können, zusammengefasst sind. Wenn Studien der höchsten Evidenzklasse nicht möglich sind, sei dies der pragmatische Ansatz.

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Grafik: Positionen, die zur Feststellung einer Kostensenkung durch Telemedizin genommen werden können (Quelle: VersMed)

Bildquelle: Fotolia

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Expert: Ist die Telemedizin kosteneffektiv? St. Christiansen, J.-P. Klötzer. Aus der Axa AG, Medizinisches Gesundheitsmanagement, Köln. In: Versicherungsmedizin 04/15 (Einzelbeitrag)

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