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Pools schnallen den Gürtel enger

13.05.2014 – Die Makler-Pools haben schwer zu kämpfen. Maue Nachfrage und ein schrittweises Herunterfahren der Provisionen machen ihnen zu schaffen. Die Furcht grassiert, dass nicht alle das überleben werden.

„Drei von vier Maklerpools sind stehend k.o.“, sagte Oliver Pradetto in einem Interview mit dem Branchen-Magazin Cash. Die Einschätzung des Geschäftsführers des Maklerpools blau direkt stieß bei anderen Pools auf Protest. Das war nicht weiter verwunderlich. „Auch wenn der Poolchef überzeichnen sollte, so bleibt doch mehr als ein Körnchen Wahrheit“, schreibt Sabine Brunotte in der aktuellen Ausgabe von Versicherungsvertrieb. Vor allem Pools mit Schwerpunkt Personenversicherungen oder Allfinanz haben zu kämpfen. Die Deckelung der Courtage für Krankenversicherungen und die Verlängerung der Haftzeiten hinterlassen Bremsspuren in den Ergebnissen. Werden auch noch in der Lebensversicherung die Provisionen gesenkt und Haftzeiten ausgedehnt, könnte dies einige Pools zum Straucheln bringen.

Reichen die Pools die Kürzungen an ihre Vertriebspartner durch, entziehen sie den Maklern die wirtschaftliche Grundlage. Anders als Medienberichte suggerieren lebt der Großteil von ihnen nicht in Saus und Braus. Mehr als jeder vierte sitzt am Jahresende mit einem Gewinn von weniger als 25.000 Euro da.

Vier von fünf Maklern kooperieren mit Maklerpools und Verbünden. Viele könnten ohne die Services der Pools gar nicht mehr im Markt bestehen. Das liegt auch an dem Druck der Versicherer. Die kleinen Makler haben bei manchen Unternehmen Probleme, Direktanbindungen zu bekommen. Ihr Neugeschäftsvolumen ist zu klein und rechnet sich für den Versicherer nicht. Nur über Pools können sie noch aus der ganzen Breite des Marktes beraten.

Im Schnitt kooperiert ein Makler mit drei Pools. Die meisten Pools lassen inzwischen auch Direktanbindungen ihrer Makler zu. Kaum zu unterschätzen sind die Services der Maklerpools. Sie sind häufig nicht einmal mit sichtbaren Kosten verbunden. Doch das ändert sich gerade. Pools wollen ihre Leistungen nicht länger zum Nulltarif abgeben. Vermittler müssen für ihre Dienstleister immer mehr berappen, im Durchschnitt sind es 1.750 Euro jährlich. (ba)

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