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Politische Risiken bedrohen Transport und Luftfahrt – Sparten vor Ratenanpassungen

27.10.2014 – value_schiffbruch_container_screenshot_150Von VWheute-London-Korrespondent Philipp Thomas.

Zwei Risiken bedrohen den eigentlich weichen Markt für Transport- und Luftfahrtversicherungen: Zum einen die an Hysterie grenzende Forderung, transportbedingte Umweltschäden müssten gänzlich behoben werden. Zum anderen die Tendenz von Terroristen, Zivilflugzeuge in der Luft und am Boden zu „Fair Game“ zu erklären sowie die unzureichenden Bemühungen kriegsführender Mächte, Kollateralschäden zu vermeiden.

Transport und Luftfahrt sind zwar keine Massensparten und ihr Prämienvolumen stellt lediglich einen Bruchteil des Geschäfts dar, dafür aber besteht eine weitgehende weltweite Homogenität der Portefeuilles was Bedingungswerke, Tarifierung und Schadenpraxis betrifft.

Die Führung für beide Branchen liegt immer noch im Londoner Markt inklusive seinem bermudischen Anhängsel. Die Transportprämien sind im Vergleich des Jahres 2011 zu 2012 um knapp fünf Prozent gewachsen (Zahlen zu 2013 liegen noch nicht vor).

Während die Prämien in den Sparten Kasko, Waren und Haftpflicht in einer Spanne zwischen 3,1 und 4,7 Prozent zulegten, ist das Wachstum im Bereich Energie/Offshore auffällig. Die Prämien legen um mehr als neun Prozent zu. Grund: Immer gewagtere Bohrvorhaben in tieferen und küstenferneren Gewässern bedeuten mehr Risiko und somit auch mehr Prämie.

Auch die Beseitigung von Schiffswracks lassen die Kosten explodieren. Die Wrackbeseitigungskosten treffen größtenteils die P&I Clubs. Es stellt sich die Frage, bis zu welchem Punkt sie gewillt sind, diese für sie und ihre Mitglieder extrem nachteilige Entwicklung mitzumachen.

Wie sieht die Prämienentwicklung in der Luftfahrt aus?

Einerseits verbessern sich die Sicherheitsstandards bei Airlines immer mehr, sodass Unfälle aufgrund von technischem oder menschlichem Versagen immer seltener werden. Andererseits steuern die ideologischen, religiösen und geopolitischen Konflikte immer mehr Risiken bei – vor allem was die separat von Luftfahrtversicherern gedeckten Kriegsrisiken betrifft. In ihrer Aggregierung treiben auch so genannte attritional losses – kleine und mittlere Schäden – die Schadenquote in der Branche. Nicht nur in der Luft, auch am Boden häufen sich die Schäden. Das betrifft zum Beispiel die Vernichtung von drei am Boden geparkten Maschinen am Flughafen von Karatschi/Pakistan im Juni 2014. Auch am Flughafen Tripolis wurden erst vor kurzem zahlreiche geparkte Maschinen von Warlords zerstört.

Eine ausführliche Darstellung der Sparte Transport und Luftfahrt ist in der aktuellen VALUE – Vom Wert der Mobilität, Heft 3/2014 erschienen.

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