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PKV will Reformprozess weiter voranbringen

26.02.2015 – Leienbach_150Ein Beitrag von Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. anlässlich des MCC-Kassengipfels in Berlin.

Das deutsche Gesundheitssystem mit seinen beiden Säulen aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung zählt zu den besten der Welt. Es bietet weitgehend freie Arztwahl und medizinischen Fortschritt für alle. Dabei steht das zweigegliederte Versicherungssystem nicht etwa für Zwei-Klassen-Medizin, sondern ist im Gegenteil die beste Präventionsmaßnahme gegen eine Versorgung nach dem Geldbeutel.

Denn gerade in jenen Ländern, in denen auf dem Papier ein einheitliches Versicherungssystem besteht, gibt es in der Praxis oft gravierende Ungleichheiten: Dort ist die Versorgung meist von offenen Rationierungen und separaten Strukturen für Arm und Reich geprägt. Paradebeispiel ist Großbritannien, wo die Wartezeiten weit über denen in Deutschland liegen – mit der Folge, dass all diejenigen, die es sich leisten können, ihre medizinische Behandlung am staatlichen System vorbei organisieren.

Die Große Koalition hat sich weitere Detailverbesserungen an unserem bewährten Gesundheitssystem vorgenommen – ohne es mit radikalen Einschnitten aufs Spiel zu setzen. Die PKV nutzt diese Zeit, um ihren Reformprozess weiter voranzubringen: Ein neuer Leitfaden, der Privatversicherten den unternehmensinternen Tarifwechsel erleichtert, ist dafür das jüngste Beispiel. Unser Ziel war vor allem, mehr Transparenz zu schaffen, damit den Versicherten die für einen Wechsel nötigen Informationen schnell und übersichtlich zur Verfügung stehen. Dabei geht der Leitfaden teilweise deutlich über die gesetzlichen Regelungen hinaus.

Weitere Vorschläge zur Verbesserung der Kundenfreundlichkeit liegen auf dem Tisch, bedürfen aber der Unterstützung des Gesetzgebers. Wir sind deshalb im Gespräch mit der Politik, um dort politische Zustimmung erhalten, wo die Interessen der Versicherten gestärkt werden: So wollen wir – erstens – abrupte Beitragssprünge vermeiden und durch eine Reform der Kalkulationsgrundlagen eine stetigere Beitragsentwicklung ermöglichen. Zweitens sollte es doch möglich sein, den gut funktionierenden PKV-Sozialtarif, den „Standardtarif“, wieder für alle Versicherten zu öffnen. Da das Leben nicht immer so läuft wie geplant, müssen und wollen wir den Menschen in allen Lebenslagen – auch in sozialer Not –Lösungen anbieten können.

Zudem wollen wir noch stärker Einfluss auf die Qualität im Gesundheitswesen nehmen. In der Pflege haben wir bereits erfolgreich damit begonnen. Hier übernimmt die PKV gesellschaftliche Verantwortung und steht den Betroffenen mit ihrer Kompetenz partnerschaftlich zur Seite: In der Vorsorge, mit generationengerechten kapitalgedeckten Pflegeversicherungen, ebenso wie in der Versorgung, als Garant für qualitativ hochwertige Beratung sowie mit unserer gemeinnützigen Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“.

Auch in anderen Bereichen ist die Branche auf einem guten Weg: Unsere Gespräche mit der Bundesärztekammer über eine Novellierung der Gebührenordnung (GOÄ) verlaufen sehr konstruktiv und in gutem Klima. Wir haben das ehrgeizige Ziel, bald zu einem Ergebnis zu kommen, damit dann die Bundesregierung und der Bundesrat eine entsprechende Verordnung auf den Weg bringen können.

Ich denke, dass die Menschen den Wert einer kapitalgedeckten Vorsorge gegen die Risiken Krankheit und Pflegebedürftigkeit immer höher schätzen werden. Denn die Folgen des demografischen Wandels werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer deutlicher zutage treten. Der Kostendruck im Gesundheitssystem wird dabei stetig zunehmen. Daher ist ein System, in dem jeder Versicherte für seine eigenen Gesundheitskosten vorsorgt und gleichzeitig eine vertraglich garantierte Leistungszusage hat, bestens auf die Zukunft vorbereitet.

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