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Ohne den Gesetzgeber geht nichts

21.06.2016 – Lebensversicherung_FotoliaWie erfolgreich die Lebensversicherer in Zukunft arbeiten, hängt laut aktueller Einschätzung der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman von Vorgaben der Gesetzgebung ab. Die Prognose: Das Beitragsvolumen könnte bei einer gesetzlich verordneten Stärkung der betrieblichen Altersversorgung von rund 94 Mrd. Euro im Jahr 2014 bis 2025 auf 98 Mrd. Euro steigen. Bleiben Vorgaben der Politik aus, droht ein Absinken auf 90 Mrd. Euro.

Wird die Niedrigzinspolitik fortgeschrieben, werden sich Lebensversicherer im Bereich der privaten Altersversorgung weitgehend aus konventionellen, kapitalgedeckten Garantieprodukten zurückziehen. Doch laut aktueller Einschätzung verlieren Versicherer bei der Umstellung auf fondsbasierte und alternative Garantieprodukte mit geringerer Kapitalkostenbelastung einen Teil der Neuanlagen an andere Finanzdienstleister.

Wenn Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) tatsächlich jetzt die bAV-Reform mit einem Auto-Enrollment umsetzt, würden neue, übergreifende und branchenorientierte Versorgungswerke analog zur schon bestehenden Metallrente entstehen können. “Die Versicherer können sich dort als direkte Anbieter oder über die Rückdeckung von Versorgungszusagen engagieren”, lautet eine zentrale These der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman.

Ohne Push der Regierung würden indes die Beitragseinnahmen um vier Prozent zurückgehen, so der Marktausblick für 2025. Die These: Um sich gegen diese Marktentwicklung zu stemmen, müssen Versicherer gezielt auf neue Geschäftsmodelle und Produktinnovationen setzen. Als Beispiel dafür führt Oliver Wyman Engagements im Wachstumsmarkt für B2B2C-Fondsplattformen, die in Deutschland bislang noch von Banken dominiert sind. Im Ausland dagegen zählen bereits große Versicherer zu den führenden Anbietern – etwa Axa und Generali in Frankreich oder Skandia und Standard Life in Großbritannien.

Wachstumspotenzial unabhängig von politischen Entwicklungen sieht Oliver Wyman in Biometrieprodukten wie der Erwerbsminderungs- oder Pflegevorsorge. Ihr Bestandsanteil soll demnach von heute rund 15 Prozent je Szenario auf bis zu 25 Prozent steigen.

Entwarnung indes an anderer Front: Digitale Disruptionen wie in der Telekommunikationsbranche durch WhatsApp ausgelöst, im Taxigewerbe durch Uber und MyTaxi oder in der Hotellerie durch Airbnb, sind für Oliver Wyman im Versicherungssektor hingegen momentan nicht absehbar.

Die Beitragsentwicklung für den Gesamtmarkt liegt mit einem Plus von unter einem Prozent nahe an der Stagnation. Damit erhöhen sich die Anforderungen an das Kosten- und Ergebnismanagement. (vwh/ku)

Bildquelle: Fotolia

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