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Nicht aufs falsche Pferd setzen

28.09.2015 – Schach Pferd - fotolia-Tino NeitzVon Alexander Walz, Geschäftsführer der Personal- und Managementberatung Conciliat GmbH.

Warum erweisen sich Traumkandidaten in Schlüsselpositionen nicht selten als Flops? Meist aufgrund mangelnder Sorgfalt bei der Personalauswahl. Mit einer gründlichen Vorbereitung und einem strukturierten Interviewleitfaden lassen sich jedoch kostspielige Fehlbesetzungen vermeiden.

Wenn sich der neue Inhaber einer Schlüsselposition als Flop erweist, waren alle Ausgaben für Personalsuche und –auswahl Fehlinvestitionen. Noch schwerer liegen jedoch meist die Folgekosten. Bleibt die Stelle längere Zeit verwaist, werden Entscheidungen zu spät umgesetzt. Doch warum erweisen sich Traumkandidaten als Flops? Meistens wird dem Bewerbungsgespräch zu wenig Zeit eingeräumt, die Gespräche werden ohne Konzept geführt und die Eindrücke nur mangelhaft festgehalten. Ferner wird nur auf die fachliche Qualifikation in Form von Zeugnissen geachtet.

Kostspielige Fehlbesetzungen lassen sich jedoch mit einer gründlichen Vorbereitung vermeiden. Im Vorfeld sollte zunächst mittels Befragungen des bisherigen Stelleninhabers, der Vorgesetzen oder Mitarbeiter ermittelt werden, welche Anforderungen der “Neue” erfüllen muss. Vor allem sollten drei Aspekte berücksichtigt werden:

  • Welche Einstellung braucht der “Neue”, damit er das tun kann, was von ihm erwartet wird?
  • Welche Konflikte könnten sich mit wem ergeben, wenn er tut, was er tun soll?
  • Welche persönlichen Eigenschaften braucht er, um diese Konflikte zu meistern?

Aus dem schriftlich fixierten Anforderungsprofil sollte ein Interviewleitfaden entwickelt werden, der dann in allen Auswahlgesprächen verwendet wird, damit Bewerbungsprofile vergleichbar sind.

Der Interviewfaden sollte unterschiedliche Fragetypen und Aufgabenstellungen umfassen, darunter typische Problem-Situationen, für die der Bewerber Lösungsvorschläge entwickeln soll. Bewährt hat es sich auch, Bewerbern aktuelle Aufgaben zu stellen, vor denen das Unternehmen steht, zum Beispiel die Einführung eines neuen CRM-Systems.

Wichtig für eine erfolgreiche Personalauswahl ist vor allem eine sichere Gesprächsführung in den Bewerbungsgesprächen, die vorher trainiert werden muss. Personaler sollten keine geschlossenen Fragen stellen und mehr Fragen an den Bewerber richten als über sich erzählen. Zudem sollte ein Kollege hinzugezogen werden, der nur auf die nonverbalen Aussagen des Bewerbers achtet.

Ein absolut objektives Ergebnis wird auch nicht mit der besten Vor-und Nachbereitung erzielt. Deshalb sollte man auch auf das eigene Bauchgefühl hören – jedoch nie ohne dieses Gefühl zu hinterfragen.

Bildquelle: fotolia/Tino Neitz

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