Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Neuformierungen am Versicherungsmarkt

20.08.2013 – Joint Ventures, Übernahmen und Fusionen oder auch das Zusammenlegen von Versicherungssparten sind bei den Versicherern an der Tagesordnung. Doch was bringen diese Zusammenschlüsse und wodurch werden sie ausgelöst?

Die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA sagt in ihrem zweiten „Financial Stability Report 2012“ der Versicherungsbranche eine vergleichsweise harte Zukunft voraus. Cornel Bender, Partner bei Capco, der das neue Capco-Geschäftsfeld Versicherung in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) leitet, erklärte vor diesem Hintergrund, dass der Veränderungsdruck für die Versicherungsbranche zu mehreren Mergern in der Branche führen wird.

Besser fusionieren als aufgekauft zu werden? Dieses Motto scheint die Provinzial Nordwest Versicherung in Münster zu verfolgen. Bei den Versicherungen Provinzial Nordwest und Rheinland stehen die Zeichen auf Fusion. Der Deal soll offenbar den Einstieg eines Privatkonzerns verhindern. Die ursprünglichen Pläne und Verhandlungen zu einer Übernahme von Provinzial Nordwest durch die Allianz im Jahr 2012 wurden von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Dezember 2012 gebremst. Die Fusion der Versicherungen würde sich nach Expertenaussagen zwar positiv auf die Kosten auswirken, brächte aber gleichzeitig Stellenabbau mit sich, der Sorge auf Seiten der Arbeitnehmervertreter hervorruft. Diese haben Ende Juni Klage beim Landgericht Münster erhoben.

Positiv und ohne personelle Konsequenzen verlief hingegen die Fusion der HUK-COBURG-Bausparkasse mit der Aachener Bausparkasse. Durch die Fusion gewinnt die Aachener Bausparkasse die HUK-COBURG Versicherungsgruppe, mit rund zehn Millionen Versicherten einer der größten Privatversicherer in Deutschland, als größten Aktionär und Vertriebspartner. Mit der Zusammenführung wurden die Kräfte der beiden Gesellschaften gebündelt und Dr. Wolfgang Weiler, Vorstandssprecher der HUK-COBURG Versicherungsgruppe und Jürgen Meisch, CFO des Gothaer Konzerns, des bisher größten Aktionärs der Aachener Bausparkasse, sehen in der Fusion „einen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Erfolg“.

Anfang 2013 hat die Allianz den türkischen Schaden- und Unfallversicherer Yapi Kredi Sigorta und dessen Lebens- und Rentenversicherungstochter Yapi Kredi Emeklilik übernommen, um ihre Stellung im türkischen Versicherungsmarkt zu stärken, was bisher auch zu gelingen scheint, da der Markt große Wachstumspotentiale bietet.
Die Übernahme des Finanzdienstleisters AWD durch Swiss Life macht dem Schweizer Konzern bislang wenig Freude. Nun läuft AWD unter dem Namen „Swiss Life Best Select“. In den letzten Jahren machte der AWD durch zahlreiche Klagen von Kunden Schlagzeilen, weshalb der Mutterkonzern Swiss Life hofft, dass mit der Umbenennung das schlechte Image verschwindet. Kritikern zufolge wird diese Umbenennung wohl nicht allzu viel Nutzen mit sich bringen, da noch hunderte von Schadenersatzklagen anhängig sind, die so auch den neuen Namen beschmutzen würden.

Im Juli 2013 wurde bekannt, dass der schweizerische Rückversicherer Swiss Re Fusionsverhandlungen mit der britischen Abwicklungsgesellschaft Phoenix führt. Geplant sei eine Zusammenführung von Phoenix mit dem Bereich Admin Re der Swiss Re. Phoenix erwirbt und verwaltet geschlossene Lebensversicherungen. Zudem ist sie in der Vermögensverwaltung aktiv.

Im Allgemeinen sehen beispielsweise Berater Fusionen und Übernahmen als Chance an: „Veränderungen beim Versicherer bieten auch immer eine Gelegenheit, den Kunden mit Beratungsleistungen zu begleiten“, sagt Dirk Bohsem, Vertriebsdirektor bei MLP.

Links: Der Westen, Aachener Bausparkasse, Swiss Re verhandelt mit Phoenix Group, Swiss Life bietet AWD-Klägern Vergleich an

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten