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Neue Freunde für Risiko-Manager

12.09.2014 – dvs_reinhold_mueller_2014_150_02Man kann das Problem der Risiko-Manager, in ihren Unternehmen den Wertbeitrag des Risiko-Managements besser als bisher zur Geltung zu bringen, sehr wissenschaftlich angehen. Das ist die eine Möglichkeit, dozierten Eberhard Faller, Senior Vice President Corporate Insurance beim Chemie-Konzern BASF SE, und sein Kollege Gregor Köhler, CEO & President der zum Bayer-Konzern gehörenden Pallas Versicherung AG AG, in Forum „Wertbeitrag der Industrieversicherung“ beim DVS Symposion 2014 in München. Entsprechende Formeln hat die Ökonomie durchaus längst entwickelt. Doch es gibt ein Problem.

Selbst auf der Vorstandsebene von DAX-Unternehmen wird angesichts der ohnehin sehr hohen Komplexität der Versicherungsthematik das nicht so recht goutiert, ließen Faller und Köhler unmissverständlich durchklingen.

Effizienter sei daher, den Fachjargon und die Deckungsdetails ganz außen vor zu lassen und – beispielsweise unter dem Aspekt des Bilanz-Schutzes – schlicht Zahlen sprechen zu lassen, so ihr Rat. Das jedoch, so mussten sie in ihrer Alltagspraxis lernen, fällt insbesondere dann auch nicht ganz so leicht, wenn es sich darum handelt, den wirtschaftlichen Nutzen von Policen zu erklären, die bislang völlig schadenfrei geblieben sind.

Hier kann dann nach ihren Erfahrungen eine kleine List hilfreich sein, nämlich ein Hinweis auf die – so das der Fall ist – ebenfalls schadenfreie D&O-Deckung für die Vorstandsmitglieder. Risiko-Manager, die diesen Weg gehen wollen, sollte allerdings schon eine ziemlich gefestigte Stellung im Unternehmen haben, schränkten sie ein.

Sie können den Wertbeitrag ihrer Tätigkeit jedoch auch dadurch unter Beweis stellen, das sie sich völlig neuen Bereichen zuwenden. Darauf wiesen in einem anderen Forum unter der Überschrift „Versicherungsabteilung und Human Resources in Kooperation – Chancen und Risiken“ Ursula Stöckl, Risiko-Managerin bei der BMW Group, Mathieas Kohl von der Drägerwerk AG & Co. KGaA, Andreas Möbius, Geschäftsführer der VGA GMBH, die als verbandseigene Einrichtung für Unternehmen aus dem Groß- und Außenhandel Versicherungen vermittelt, Graham Pearce von Mercer Marsh Benefits und Christoph Schulz von der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG hin. Alle Unternehmen sehen sich schließlich nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung zunehmend dem Problem gegenüber, zusätzliche „Benefits“ beispielsweise in der betrieblichen Altersversorgung oder in der Krankenversicherung anbieten zu müssen, um ihren Bedarf an Nachwuchs überhaupt noch decken zu können.

Schicken sie Mitarbeiter ins Ausland, greifen außerdem besondere Fürsorgepflichten, wurde in dem Forum aufmerksam gemacht. Zuständig für alle diese Aufgabenstellungen ist in den Unternehmen bisher klassischerweise meist die Personalabteilung. Die jedoch ist mit den Feinheiten der Versicherungsthematik und -branche in der Regel eher weniger vertraut.

Böten sich die Risikomanager den Kollegen dort deshalb als interne Dienstleister an, könnten sie durch ihr Experten-Wissen – oder auch durch die gezielte Einbeziehung zusätzlicher externer Berater – den Unternehmen oft nicht nur zu erheblichen finanziellen Einsparungen verhelfen, sondern zugleich ihr eigenes Standing im Unternehmen steigern. Es sei sogar möglich, auf diese Weise „neue Freunde“ im Unternehmen zu finden, ließen die Praktiker unter den Podiumsteilnehmern wissen. (rem)

Bild: Eröffnung des DVS Symposion in München. (Quelle: rem)

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