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Neuausrichtungen bei Versicherern bringen Beratern Konjunktur

01.06.2015 – SchachAls Problemlöser gehen sie in die sensiblen Bereiche der Unternehmen hinein und zeigen strategisch kühl auf, was besser gemacht werden muss. Längst haben Consultertrupps das Gros der internationalen Wirtschaftselite aus Industrie, Technologie-, Energie- oder Finanzsektor in ihren Bann gezogen. Das Vordrängen der Branche ist so unumkehrbar wie die Komplexität unternehmerischer Entscheidungen.

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) wurden 2014 im Themenspektrum von Strategie, Organisation, IT, Führung, Betriebswirtschaft, Logistik und Marketing Beratungsleistungen im Wert von 25,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Für 2015 wird ein Wachstum von 7,4 Prozent prognostiziert. Lange Zeit souverän mit ihren wissenschaftlichen Instituten und dem traditionell hohen Wissenspotenzial sind die Versicherer von dem steigenden Bedarf nach Consultants nicht ausgenommen.

“Berater spielen in der Versicherungsbranche eine große Rolle. Sie stellen Kapazitäten zur Verfügung, die in den einzelnen Häusern oft nicht vorhanden sind, sie bieten Tools für die Projektarbeit und ermöglichen ein Benchmarking mit Wettbewerbern”, weiß Michael Niebler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV). Vor allem in strategischen Fragen dringen andere Betrachtungsweisen ein – etwa bei der Entwicklung neuer internationaler Märkte, der Begleitung von betrieblichen Veränderungsprozessen oder der Einführung von Schadensystemen. Neben der schon für sich kaum zu überblickenden versicherungstechnisch-aktuarischen Fachwelt befeuern Industrie 4.0 und Big Data-Projekte den branchenweiten Bedarf an externen Helfern.

Wie die Zusammenarbeit zwischen verantwortlichem Management und Consultants letztlich synchronisiert wird, ist jedes Mal eine strukturelle Grundfrage. Klarheit und Präzision in der Zielsetzung, verbunden mit einer transparenten Definition des Erfolgs sind die Schlüsselfaktoren bei der operativen Realisierung von Projekten – ob mit oder ohne externen Support. “Mandanten müssen von Anfang an eng und intensiv an der Projektumsetzung beteiligt sein”, fordert Frank Ellenbürger, Bereichsvorstand Versicherungen bei KPMG. 

“Dass Berater unabhängig und losgelöst von ihren Kunden arbeiten und zum Schluss nur ihre Erkenntnisse präsentieren, ist ein weit verbreitetes Vorurteil, das mit der Realität nichts zu tun hat.” Durch den Transfer des im Projekt aufgebauten Wissens verfolgen sie das Ziel, sich entbehrlich zu machen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in die Linie des Kunden zu überführen. “Consultants sind keine dominante Größe in den Unternehmen. Nach wie vor werden wesentliche Strategien maßgeblich in den Konzernen entwickelt“, konstatiert Jonas Lünendonk, Geschäftsführender Gesellschafter der Lündendonk GmbH, Gesellschaft für Information und Kommunikation. (mst)

Bildquelle: Fotolia / Tino Neitz

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