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Nano-Monitoring: Eine Risikoanalyse für Versicherer

27.05.2015 – Machen Kopierer und Laserdrucker krank? Und welche Auswirkungen hat dies auf die Versicherungswirtschaft? Bereits seit Jahren streiten sich Hersteller, Forscher und Interessenverbände über die Frage, wie gefährlich der der Betrieb dieser Geräte ist. Klar ist: der zum Drucken notwendige Toner enthält krebserregende Stoffe. Wie viel davon allerdings tatsächlich für den Menschen gefährlich ist, bleibt unter Experten umstritten. Mit einem Nano-Monitoring, welches speziell für Versicherer zugeschnitten ist, soll das potenzielle Risiko nun identifizieren.

Bislang gingen Arbeitsschützer und Messtechniker davon aus, dass die teils ultrafeinen Partikel bei Druckvorgängen zumindest teilweise vom Papier stammen. Eine aktuelle Studie zu Laserdruckern kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass viele Hersteller ihren Tonern vermehrt und zum Teil gezielt Nanomaterialien beifügen, um die Druckeigenschaften zu verbessern. Dazu zählen u.a. auch Metalle und Metalloxide.

Die Analyse ergab zudem, dass die zugesetzten Nanomaterialen auch in die Umgebungsluft gelangen, berichten Tobias Widler, verantwortlicher Projektleiter für das Nanomonitoring, und Christoph Meili, Experte für Risiko-Management bei Emerging Technologies. Teilweise emittierten die Drucker sogar viele Partikel. Ob diese allerdings eine direkte Gefährdung für die menschliche Gesundheit bedeuten, muss allerdings noch geklärt werden. Ein weiteres Problem ist zudem die fehlende Transparenz. Denn die Toner-Hersteller müssen die Nanomaterialien nicht deklarieren – von der großen Zahl potenzieller Kläger im Schadenfall abgesehen.

Mit einem speziell auf die Versicherer zugeschnittenem Nano-Monitoring nun das komplexe-Chancen-Risiko-Profil von Nanomaterialien untersucht werden. Auch wenn nicht alle Materialien per se gefährlich sind, verfügen dennoch einige über ein erhöhtes Risikopotenzial. Dabei fanden die Experten heraus, dass vor allem Nanosilber als Nanomaterial mit hohempotenziellen Risiko identifiziert wurde.

risikoprofil_nanosilber

So beruht dessen Einstufung als “rotes Material”vor allemauf der durchschnittlichen Bewertung von neun Einzelkriterien – darunter u.a. dem Umweltverhalten und der Ökotoxizität, der Tonnage oder den Kumulrisiken. Allerdings trägt die Analyse auch den Unsicherheiten bezüglich der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, wie Langzeiteffekte oder die potenzielle Bildung von bakteriellen Resistenzen.

Bei Medien, NGO’s und Öffentlichkeit stehen die Risiken der Nanomaterialien jedenfalls schon lange im Fokus. Diese kritisieren vor allem den verbreiteten Einsatz in Gütern des täglichen Bedarfs. Zwar haben die Regulierer bereits strenge Grenzwerte in den Pestizidverordnungen definiert. Solange aber noch eine große Anzahl von Produkten auf dem Markt sind, die nicht als solche definiert sind, wird das Thema auch weiterhin auf der Agenda der Versicherer und Experten stehen. (vwh)

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Link: “Unbekanntes Terrain erkunden”, in: Versicherungswirtschaft 5/15 (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

Grafik: Risikoprofil Nanoskaliges Silber (Quelle: die innovationsgesellschaft)

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