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Munich-Re-Forscher warnt vor Stürmen in den USA

08.01.2015 – Monsunregen_Dieter Schuetz_pixelio.deDie Versicherer schauen auf ein deutlich unterdurchschnittliches Schadenjahr zurück. Bei dem Zyklon Hudhud in Indien war zu sehen, wie sich die Prävention verbessert hat. Versicherer sollten sich trotzdem davor hüten, sich in Sicherheit zu wiegen, warnt Peter Höppe, Klimaforscher der Munich Re.

Schäden in Höhe von 110 Mrd. US-Dollar waren im vergangenen Jahr durch Naturkatastrophen zu beklagen, berichtet die Munich Re. Ihnen sind insgesamt 7.700 Menschen zum Opfer gefallen. Die folgenreichste Katastrophe stellten die Überschwemmungen in Indien und Pakistan Mitte September dar, die durch besonders heftigen Monsun-Regen ausgelöst wurden. 665 Menschen fielen dieser Katastrophe zum Opfer. Die Hochwasser hinterließen einen Schaden von 5,1 Mrd. Dollar. Davon waren nur 330 Mio. Euro versichert.

Schadenereignisse 2014_Munich ReAus Sicht der Versicherer ereignete sich die folgenreichste Katastrophe in Japan, wo Mitte Februar Schneestürme einen Schaden von 5,9 Mrd. Dollar hinterließen. Davon waren 3,1 Mrd. Dollar versichert. Die Schadenstatistik der Munich Re (siehe Grafik, zum Vergrößern anklicken) deckt sich weitgehend mit derjenigen der Swiss Re. Die Schweizer hatten bereits Mitte Dezember ihre vorläufige Katastrophenbilanz gezogen. Obwohl sie auch von Menschen verursachte Katastrophen mit einbeziehen, lag nach Schätzungen der Swiss Re der volkswirtschaftliche Gesamtschaden mit 113 Mrd. Dollar nur geringfügig über den Zahlen der Munich Re. Nach Munich-Re-Schätzung waren 31 Mrd. Dollar versichert, gemäß den Swiss-Re-Forschern 34 Mrd. Dollar.

Schäden durch Naturkatastrophen unterliegen großen Schwankungen. In schlechten Jahren übersteigen sie 200 Mrd. Dollar und mehr, im Jahr 2011 erreichten sie sogar 400 Mrd. Dollar. Weniger als 100 Mrd. Dollar Gesamtschaden waren es in den Jahren 2009, 2006, 2003, 2001 (ohne den WTC-Schaden) und 2000.

„Die in 2014 niedrigeren Schäden dürfen uns aber nicht in Sicherheit wiegen, denn insgesamt hat sich die Risikosituation nicht verändert“, warnt Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied von Munich Re. „Es gibt keinen Anlass, für 2015 einen ähnlich gemäßigten Verlauf zu erwarten.“ Das Jahr 2014 war geprägt von einer sehr niedrigen Orkanaktivität in den USA. Ein Hurricane im Süden der USA verursacht schnell Schäden in Höhe von fünf Milliarden Dollar und mehr. Munich-Re-Klimaforscher Peter Höppe glaubt, dass die Orkanaktivität in diesem Jahr wieder zunimmt. „Die Wissenschaft geht überwiegend davon aus, dass eine leichte bis moderate El-Niño-Phase bis Mitte 2015 anhalten dürfte. Das könnte die Häufigkeit von Tornados in den USA erhöhen.“ Sofern die El-Niño-Phase zur Jahresmitte wieder ausklingt, wären im Atlantik in der Hauptphase der Tropensturm-Saison keine dämpfenden Effekte mehr durch die ENSO-Oszillation zu erwarten. (ba)

Bildquelle: Dieter Schütz /pixelio.de; Grafik: Munich Re

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