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Monte Carlo – schwierige Verhältnisse für Rückversicherer

09.09.2013 – monte-carlo Die von Naturkatastrophen und aus dem Ruder laufenden Haftpflichtreserven bedrohte Rückversicherungsbranche erwartet anlässlich des diesjährigen Monte Carlo Rendez-Vous, einem alljährlichen Branchen-Marktplatz, Ratenrückgänge insbesondere im Cat-Geschäft. Das sich verdunkelnde Marktszenario:

 

  • Nach wie vor von Nationalstaaten künstliche allzu niedrig gehaltene Renditen auf Staatsanleihen und somit die Notwendigkeit deutlich unter 100 Prozent liegende Schaden-/Kostenquoten zu erzielen. Nur noch Veteranen entsinnen sich der frühen 1980er, als noch Cashflow Underwriting betrieben wurde.
  • Zustrom von branchenfremdem Risikokapital in die Märkte für alternativen Risikotransfer. Dies droht das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage mit der Folge sinkender Raten zu stören, jedenfalls für Cat-Deckungen. Angesichts der plötzlichen Begeisterung von Fondsverwaltern für Assekuranzexposures erscheint merkwürdig, dass gleichzeitig immer noch die Aktien vieler Rückversicherer mit 20 Prozent-Abschlag auf das Nettovermögen je Aktie zu haben sind.
  • Illoyalität von großen Maklern wie Aon, demnächst auch noch Willis und Marsh Lloyd’s gegenüber. Aon schuf bereits eine außerhalb von Lloyd’s laufende blinde Folgequote, Willis und Marsh möchten Ähnliches anzetteln.
  • Überarbeitetes Naturkatastrophenmodell von RMS, Version 13.0. Während in früheren Jahren neue Modelle die Exposureannahmen drastisch nach oben zu bewegen pflegten (mit der Folge, dass Zedenten zusätzliche Layer oberhalb der bestehenden Programme kaufen mussten und auch die bisherigen Layer sich verteuerten) hat RMS diesmal die eigenen Annahmen leicht nach unten korrigiert.
  • Weitere Verzögerungen beim Inkrafttreten von Solvency II. Rückversicherer hatten auf einen behördlich erzwungenen stark steigenden Rückversicherungsbedarf gehofft.
  • Zur Regel werdende Ausflüge großer Rückversicherer in die Direktdeckung von Großrisiken. Immer offener entwickeln sich Rückversicherer zu den überlegenen Konkurrenten ihrer kleineren Zedenten, die Angst vor dem „Channel Conflict“ schwindet.

Positiv ist jedoch zu vermerken, dass anders als in früheren Perioden weicher Marktraten die Marktdisziplin hoch zu sein scheint. Dies liegt insbesondere daran, dass nicht mehr eitle Primadonnas, sondern Teams die Underwriting-Entscheidungen fällen und dass Aktuare den Underwritern zeitnah auf die Finger schauen. Der Hereinnahme untertarifierter Akzepte folgen hausinterne Sanktionen. (cpt)

Foto: Monte Carlo im Blick der Rückversicherer

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