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“Mit kleinem Portemonnaie mitbestimmen”

15.04.2016 – michel_harms_privatDie Idee des Crowdfundings ist Mitte der Nuller Jahre in den USA entstanden: Musiker finanzierten die Produktion eines Albums mit Hilfe ihrer Fans. Die Kommunikation findet über Internet-Plattformen statt. Eines der erfolgreichsten Crowdfunding-Projekte in Deutschland war der Kino-Film Stromberg. “Beim Crowdinvesting kann jeder direkt nach seinen persönlichen Wertvorstellungen investieren”, betont Michel Harms gegenüber Value.

Value: Crowdinvesting lebt ja von dem Zusammenspiel monetärer Interessen mit ideellen Werten. Grämt die Menschen ihr soziales Gewissen, wenn sie mit Geld hantieren?

Michel Harms: Beim Crowdinvesting kann jeder direkt nach seinen persönlichen Wertvorstellungen investieren. Der Crowdinvestor entscheidet selbst, wo das eigene Geld wirkt. Das kann ein Windkraftwerk, ein mittelständisches Unternehmen in der Region oder ein junges Start-up mit einer tollen Geschäftsidee sein. Der gesellschaftliche Wirkaspekt muss aber nicht für jeden Anleger von Relevanz sein. Das Prinzip Crowdinvesting ist grundsätzlich erstmal wertfrei.

Value: Wie groß ist das Risiko, sein Geld nie wiederzusehen?

Michel Harms: Das Risiko ist nicht zu unterschätzen! Fast alle Crowdinvestings laufen über nachrangige Darlehen. Es besteht das Risiko des Totalverlusts. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten unterscheiden sich nach Branche und Projekt. Ein Start-up-Investment ist da nicht mit einem Investment in eine Solaranlage oder eine Immobilie zu vergleichen. Ein großer Vorteil des Crowdinvesting liegt in den geringen Mindestinvestitionssummen. Anleger können sich so ein Portfolio aufbauen und die Risiken streuen.

Value: Beim Crowdinvesting stand ursprünglich der ideelle Gedanke im Vordergrund. Wird sich das erhalten?

Michel Harms: Crowdinvesting ist ein demokratisierendes Finanzierungsinstrument. Jeder Einzelne kann schon mit kleinen Investitionssummen mitbestimmen, in welchen Bereichen Weiterentwicklung stattfindet. Die Investoren haben die Chance, Rendite und gesellschaftliche Wirkung zu vereinen. Das Prinzip Crowdinvesting ist aber für sich wertfrei. Es gibt schon jetzt Projekte, in die Anleger vermutlich ausschließlich aufgrund der zu erwartenden Rendite investieren. Wo investiert wird und ob ideelle Aspekte dabei eine Rolle spielen, entscheidet jeder Einzelne für sich. Eigenverantwortliches und direktes Investieren macht den Kern vom Crowdinvesting aus.

Die Fragen stellte Value-Chefredakteur Christoph Baltzer.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe von Value – Das Beratermagazin.

Bild: Michel Harms ist Gründer der Website crowdfunding.de. (Quelle: privat)

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