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Mehr Rente durch längere Arbeitszeit

14.06.2016 – renter_pixelioEine längere Lebensarbeitszeit gehört derzeit nicht gerade zu den attraktivsten Zielen eines Arbeitnehmers. Für die gesetzliche Rente wäre dies jedoch ein Segen, konstatiert eine neue Studie von Prognos und des Branchenverbandes. Ein zentrales Ergebnis: Würden die Deutschen im Jahr 2030 tatsächlich bis zu ihrem 67. Geburtstag arbeiten, würde das Rentenniveau um 1,1 Prozentpunkte steigen.

Demnach gehen die Studienautoren davon aus, dass Rentner und Beitragszahler entlastet würden, wenn ab 2030 aus der “Rente mit 67″ eine “Rente mit 67+” würde. Prognos geht dabei von einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis 2040 von sieben Monaten aus. Das Rentenniveau würde dann laut Studie bei 42,2 Prozent liegen.

Der Branchenverband GDV geht zudem davon aus, das dies bei heutiger Kaufkraft etwa 200 Euro bei einer durchschnittlichen Jahresrente entsprechen würde. Zudem würde der Rentenbeitragssatz mit 21 Prozent etwa 0,9 Prozentpunkte unter dem Niveau liegen, das bei Fortschreibung der aktuellen Entwicklung erreicht würde.

Um die Perspektiven der Rentenentwicklung bis 2040 zu verdeutlichen geht Prognos von derzeit vier Szenarien aus:

  • So geht das Referenz-Szenario – welches als Vergleichsgröße für alle übrigen Szenarien dient – davon aus, dass das durchschnittliche tatsächliche Renteneintrittsalter im Takt mit der Anhebung der gesetzlichen Regelaltersgrenze weiter zunimmt und von heute 64,2 auf 65 Jahre ansteigt. Damit liege das tatsächliche Renteneintrittsalter weiter zwei Jahre unter der gesetzlichen Regelaltersgrenze von 67 Jahren.
  • Szenario 1 (“Früher in Rente”) betrachtet hingegen die ökonomischen Auswirkungen für den Arbeitsmarkt, die individuelle und die allgemeine, rentensystematische Perspektive für den Fall, dass – gemessen am aktuellen Stand von etwa 64 Jahren – keine weitere Anhebung des durchschnittlichen Renteneintrittsalters erfolgt. Dieses Szenario unterstellt gewissermaßen, dass die “Rente mit 63″ den positiven Trend der “Rente mit 67″ bricht, so Prognos. Für diesen Fall gibt die Studie einen Anstieg des Beitragssatzes bis 2040 auf 23,7 Prozent an. Das Rentenniveau liegt laut Prognos dann bei 41,7 Prozent.
  • Szenario 2 (“Arbeiten bis 67″) geht hingegen davon aus, dass das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren von den Versicherten bis zum Jahr 2029 tatsächlich erreicht wird. Hier geht Prognos von einem Rentenbeitragssatz bis 2040 von immerhin 23,4 Prozent aus.
  • Szenario 3 (“Lebensarbeitszeit plus) geht hingegen von einer Regelaltersgrenze aus, die nach dem Jahr 2029 systematisch an die steigende Lebenserwartung gekoppelt wird. Der Beitragssatz würde laut Prognos bei diesem Szenario lediglich auf 23,3 Prozent steigen.

Gleichzeitig hätte eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit laut Prognos auch deutliche Vorteile für den Arbeitsmarkt und den Bundeshaushalt. So gäbe es laut GDV bei einer “Rente mit 67+” es in Deutschland im Jahr 2040 insgesamt über 700.000 mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Da gleichzeitig der Zuschuss zur gesetzlichen Rente geringer ausfallen würde, könnten außerdem bis 2040 etwa 80 Milliarden Euro an Steuergeld gespart werden, lautet ein weiteres Studienergebnis. “Das schafft Spielraum für Investitionen, aber auch für mehr private Altersvorsorge”, kommentiert GDV-Präsident Alexander Erdland.

Seine Forderung lautete daher: “Wir brauchen keine Debatte über eine Rente mit 70. Wir sollten zunächst alles daran setzen, das gesetzliche Ziel von 67 Jahren auch real zu erreichen.” Dennoch müsse klar sein: “Auch längeres Arbeiten kann kein Rentenniveau garantieren, wie wir es von früher kennen. Das geht nur, wenn wir alle drei Säulen der Altersvorsorge stärken. Also auch die betriebliche und private Vorsorge”, ergänzt Erdland. (vwh/td)

Link: Die Kurzstudie im Überblick (PDF)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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