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Medienresonanz Versicherungsvertrieb

09.10.2013 – Der Versicherungsvertrieb steht vor einem Paradigmenwechsel. Der Markt in Deutschland ist weitgehend gesättigt. Dazu gesellen sich Niedrigzinsen, sinkende Prämieneinnahmen und steigende Kapitalanforderungen. Doch wie spiegelt sich dieser Wandel in den Medien wieder? Insbesondere Themen wie der neue Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und die Vermittlerprovisionen wurden hier aufgegriffen. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), Michael H. Heinz, kritisierte zuletzt die negative Berichterstattung und machte sie mitverantwortlich für die Zurückhaltung der Kunden: „Wenn die Medien Tag und Nacht unseren Berufsstand loben würden, dann würde es anders aussehen.“

Einen Hauptpunkt der Medienkritik bilden die Provisionen der Versicherungsvermittler, die als überzogen angesehen werden. Das Handelsblatt titelte etwa bereits im Vorjahr „So leicht verdienen Finanzvermittler ihr Geld“. Verbraucherschützer fordern schon länger eine Änderung bzw. Abschaffung des Provisionsmodells. Auch fanden die gerichtlichen Entscheidungen zu Provisionen bei vorzeitig gekündigten Lebensversicherungen mehrmalige mediale Beachtung. Der GDV reagierte mit Vorschlägen zur Deckelung der Provisionen bei Lebens- und Rentenversicherungen, die die neue Bundesregierung umsetzen soll. Die darauf folgende Berichterstattung monierte insbesondere die fehlende Kompromissbereitschaft seitens der Vermittlerverbände, die die Überlegungen kritisierten, und sprach von einem „Krieg“ zwischen Versicherern und Vermittlern. Zudem habe sich der Sinneswandel der Versicherer nicht gänzlich freiwillig vollzogen. Vielmehr versuchten sie ein Totalverbot der Vermittlungsprovision zu umgehen, so die Süddeutsche Zeitung. Neue Impulse könnte die Novellierung der Versicherungsvermittlungs-Richtlinie (IMD 2) bringen, die u.a. die Vergütung des Versicherungsmaklers transparenter aufzeigen und etablierte Vergütungssysteme eventuell partiell verbieten will.

Auf positive Medienresonanz traf dagegen der neue Verhaltenskodex für den Vertrieb des GDV, dem deutsche Versicherer ab Juli 2013 beitreten konnten. Anfang Oktober hatten 147 Mitglieder des GDV und damit knapp 70 Prozent der Unternehmen am Markt die Selbstregulierung unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich erstmals auch, sich alle zwei Jahre von Wirtschaftsprüfern kontrollieren zu lassen. Gegenüber kritischen Berichten zu unprofitablen Altersvorsorgen durch hohe Provisionen, Luxusreisen für ausgewählte Verkäufer oder dem mit 260.000 Vermittlern großen Anbietermarkt tritt die Berichterstattung hierzu jedoch in den Hintergrund.

Dass die negative Medienresonanz auch Auswirkung auf die Zukunftsperspektiven der Vermittler hat, zeigte eine Umfrage des Verbands Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) unter seinen Mitgliedern. 41 Prozent (2012: 48 Prozent) der Maklerfirmen beurteilten ihre aktuelle Gewinnsituation als gut, 53,5 Prozent (2012: 45 Prozent) als befriedigend. Dennoch erwarten 55,5 Prozent der Unternehmen für 2014  steigende Courtage-Einnahmen. Der Präsident des BVK, Michael H. Heinz, weist deshalb auch auf die Bedeutung der Zufriedenheit der Vermittler für den Erfolg der Versicherer hin: „Vertrieb kostet kein Geld, Vertrieb bringt Geld.“

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