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Managerhaftung schützt auch Nicht-Manager

25.11.2016 – mark_vetter_privatVon Mark Vetter. Sinn und Zweck einer D&O-Versicherung ist der Schutz des privaten Vermögens versicherter Personen. Im Mittelpunkt stehen Haftungsrisiken von Organen, deren Verkörperung nur durch natürliche Personen als rechtlich für juristische Personen Handelnde erfolgen kann. Demzufolge richten sich Ansprüche entsprechend gegen diese Personen.

Allerdings können auch Ansprüche gegen Personen geltend gemacht werden, die keine Organstellung innehaben. Insgesamt ist der mit hoher Technologie- und Systemorientierung von verstärkt internationalisierten Unternehmen in einer leistungsfähigen Industrie- und Forschungslandschaft für versicherte Personen einhergehende Pflichtenkreis auch durch zunehmende Verrechtlichung von Entscheidungsträgern nur schwer überschaubar. Eine Delegation von Pflichten auf untergeordneten Ebenen der Hierarchie ist auch insofern Bestandteil einer Unternehmensorganisation.

Besonderes Augenmerk gilt dem in vielen Versicherungsbedingungen enthaltenen und weit gefassten Vorsatzausschluss einschließlich Ausschluss wissentlicher Pflichtverletzungen. Bei einer wissentlichen Pflichtverletzung wird von einer versicherten Person, in positiver Kenntnis einer Pflicht, diese bewusst verletzt. Dass sich eine versicherte Person eine verletzte Pflicht auch bei tatsächlicher Unkenntnis als bekannt anrechnen lassen muss, erfordert entsprechende Indizien wie Schwere der Pflichtverletzung, Ausbildungsstand und Praxiserfahrung und bemisst sich somit wiederum auch am persönlichen Kompetenzprofil.

Bei einigen Anbietern kann eine reduzierte Fassung des Ausschlusses vereinbart werden, die im Wesentlichen den direkten (Schädigungs-) Vorsatz umfasst sowie Schädigungen, die auf nicht ausreichender Informationsbasis beruhen oder Ergebnis nicht bester unternehmerischer Absichten sind.

Verstöße gegen ohne autonomen Ermessensspielraum ausgestaltete Gesetze, Satzungen oder Organbeschlüsse sind grundsätzlich haftungsrelevant, obgleich nicht jede für ein Unternehmen im Ergebnis nachteilige Entscheidung eine Haftung begründet. Zukunftsbezogene Entscheidungen, die im Rahmen unternehmerischer Entscheidungsspielräume getroffen werden und auf nicht justiziablen Einschätzungen beruhen, begründen gerade keine Haftung bzw. Pflichtverletzung.

Neben der Vereinbarung eines hinreichenden Umfangs versicherter Personen in einer D&O-Versicherung sollte bei einer i.d.R. im Wesentlichen am Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft oder an deren Bilanzsumme orientierten Deckungssumme die zum Teil in D&O-Versicherungen zugrundliegende Anrechnung von Kosten auf die Deckungssumme im Rahmen deren Festlegung besonders berücksichtigt werden. Demzufolge kann auch ein mit zunehmendem Kompetenzprofil steigendes Risiko einer Inanspruchnahme für Arbeitnehmer ohne Organstellung im Rahmen einer D&O-Versicherung sinnvoll abgesichert werden.

bestellen_vwhLesen Sie den vollständigen Beitrag im Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft 11/2016 (Einzelbeitrag)

Bild: Mark Vetter (Quelle: privat)

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