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Manager betrachten Große Koalition mit Skepsis

19.12.2013 – Die Top-Entscheider in der deutschen Wirtschaft haben starke Bedenken, dass die Neuauflage der Großen Koalition Deutschland voranbringen wird. Nach den vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD-Allensbach) im Auftrag des Wirtschaftsmagazins Capital ermittelten Umfrageergebnissen glauben nur 22 Prozent der Wirtschaftsmanager daran. 

77 Prozent haben da ihre Bedenken. Unter Einschluss der Befragungsergebnisse von Spitzenpolitikern liegen die Zweifler mit 69 Prozent noch deutlich vor den Optimisten mit 29 Prozent. Noch hängen ganz offenbar viele Wirtschaftsbosse der FDP nach, wie IfD-Allensbach-Chefin Professor Renate Köcher vor der Presse in Berlin ausführte.

Als es im Jahr 2005 um die Ablösung von Rot-Grün ging, hofften 52 Prozent, dass eine Große Koalition das Land voranbringen könnte. Skeptisch waren damals 45 Prozent. Das Ausscheiden der Liberalen aus dem Bundestag bedauern heute 73 Prozent und 69 Prozent wünschen sich die Rückkehr der Liberalen in den Bundestag. Dem neuen FDP-Parteichef Christian Lindner wird dabei zugetraut, die Krise der FDP beenden zu können. Positiv wird auch die Annäherung von Union und Bündnis 90/Die Grünen gesehen. Das „Capital-Elite-Panel“ wird seit Mai 1987 zweimal im Jahr vom IfD-Allensbach erstellt. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich 130 Vorstandsvorsitzende beziehungsweise Vorstände (darunter 131 Chefs von Firmen mit über 5.000 Beschäftigten). Zudem wurden 136 Geschäftsführer, 70 Firmeninhaber und 17 Direktoren befragt. Aus dem Bereich der Politik wurden unter anderem 18 Ministerpräsidenten und Minister aus Bund und Länder sowie 44 Fraktions- und Parteispitzen in das Panel einbezogen.

Ungeachtet der zahlreichen Wünsche an die Politik in Punkto Energiewende, Gesundheitspolitik oder Rente ist die Stimmung in den Führungsebenen, was die Wirtschaftsentwicklung angeht, so gut wie schon lange nicht mehr. „Die Pessimisten sind zur Minderheit geworden“, sagte Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar. Mit einem konjunkturellen Aufschwung in den kommenden sechs Monaten rechnen 70 Prozent der Befragten. Dass sich die Lage verschlechtern wird, glauben lediglich vier Prozent. Ein noch besseres Stimmungsbild gab es zuletzt im Juli 2007. Dieses Ergebnis deckt sich mit der jüngsten Einschätzung des Münchener Ifo Instituts. Und auch die Auftragslage im eigenen Unternehmen wird von 75 Prozent mit gut oder sehr gut bezeichnet. Nur 23 Prozent sind unzufrieden. Schließlich wird auch die Krise in der Euro-Zone gelassener gesehen. Sehr stark oder stark beunruhigt sind noch 55 Prozent (Dezember 2011: 84 Prozent). 45 (16) Prozent sehen die Lage gelassen; allerdings sehen 62 Prozent in Frankreich das größte Risiko für die Euro-Zone.

61 Prozent der Wirtschaftsmanager glauben, dass die geplante Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde Arbeitsplätze gefährden wird. Spitzenpolitiker sehen dies zu 56 Prozent nicht. Auch die Einführung einer Mietpreisbremse wird von 75 Prozent für falsch gehalten. Überraschend sei, dass 51 Prozent eine Erhöhung der Mütterrente für richtig hielten, sagte Köcher. Auch die Pkw-Maut finde mit 55 Prozent und die Ermöglichung der doppelten Staatsbürgerschaft mit 69 Prozent breite Zustimmung. Gravierende Korrekturen an der Energiepolitik erwarten von der Großen Koalition 88 Prozent. Der SPD-Parteivorsitzende und neue Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel habe „die Verantwortung für die Energiewende übernommen“, stellte Köcher zu der nicht leichten Aufgabenstellung fest. (brs)

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