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“Made in Germany” in Gefahr

03.12.2015 – Huether_IW“Kluge unternehmerische Entscheidungen fassen immer auch ein massives Negativszenario ins Auge”, sagt Michael Hüther, Direktor der Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Notwendigkeit für fundiertes Risikomanagement ergibt sich gerade für deutsche Unternehmen aus der aktuell diffusen Gefahrenlage. Im Interview mit VWheute geht er ins Detail und verdeutlicht die Wichtigkeit von “Made in Germany”.

“Terrorangriffe kann ein Unternehmen ebenso wenig vorhersagen wie das Ausmaß der Wachstumsflaute in den Schwellenländern oder Konflikte im Fortgang der europäischen Staatsschuldenkrise. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Unternehmensentscheidungen blauäugig und ohne Gespür für die so genannten „schwarzen Schwäne“, die hohen Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, getroffen werden sollten”, umreißt Hüther die Möglichkeiten, sich gegenüber derartigen Szenarien zu wappnen.

VWheute: Kurz vor Jahresultimo 2015 eine Delle im Wirtschaftswachstum: Nur eine Schrecksekunde oder ein Menetekel für das kommende Jahr?

Michael Hüther: Die Wachstumsflaute zu Jahresende ist nicht zu unterschätzen. Zwar läuft die Weltwirtschaft – und insbesondere China – schon seit längerem nicht mehr so rund wie gewohnt, eine global rückläufige Investitionstätigkeit ist jedoch ein Novum. Das dürfte uns länger beschäftigen. Entwicklungs- und Schwellenländern sind die Rohstoffeinnahmen weggebrochen und Europa kämpft immer noch mit sich selbst, wenngleich die Reformanstrengungen zunehmend deutlicher Erträge abwerfen. Diese Unsicherheit spiegelt sich in den niedrigen Investitionsquoten der verschiedenen Wirtschaftsregionen wider. Für die auf den Handel mit Investitionsgütern ausgerichtete deutsche Wirtschaft ist das langfristig problematisch.

VWheute: Europa samt destabilisiertem Euroraum insgesamt steht unter dem Wettbewerbsdruck der globalen Dreiecksdrift Asien, Amerika, Schwellenländer. Wie wird sich die europäische Wirtschaft samt Deutschland inmitten behaupten?

Michael Hüther: Krise der europäischen Staatlichkeit, Wachstumsbaisse in China, Korruptionsskandale n Brasilien und ein Wahljahr in den USA – langweilig wird es im kommenden Jahr nicht werden. Die europäische Wirtschaft kann sich in diesem schwierigen Kontext behaupten, nachdem die Reformen in den Krisenländern wieder zu Wirtschaftswachstum führen und damit die ökonomische Robustheit in Europa zunimmt. Für Europas Wettbewerbsfähigkeit spricht der ausgesprochen vorteilhafte Wechselkurs, der europäische Produkte auf dem internationalen Markt attraktiv macht. Ob die deutsche Wirtschaft auch im kommenden Jahr abgesehen von Wechselkurseffekten Rückenwind bekommt, hängt noch an einem besonderen Thema. Die mögliche Gefährdung der Marke „made in Germany“ durch den VW-Abgasskandal. Nur wenn das damit elementar verbundene Governance-Problem transparent aufgearbeitet und falsche Anreizstrukturen nachhaltig beseitigt werden, kann die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft auf diesen spezifischen Wettbewerbsvorteil bauen.

Die Fragen stellte VWheute-Chefredakteur Heinz Klaus Mertes. Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft: “Die Warnzeigen blinken stärker.”

Bildquelle: IW-Direktor Michael Hüther (Quelle: IW)

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Aus der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 12/15):

12_15_VVW

>Wachstum vs. Stabilität: Versicherer ringen um Effizienz

  • Report: Konditionstraining. Die Anstrengungen der Versicherer für 2016 lauten: schlanker, effizienter, profitabler (zum Beitrag)
  • Interview: “Die Warnzeichen blinken stärker.“ Wirtschaftsforscher Michael Hüther über die Stärken und die Anpassungsfähigkeit deutscher Unternehmen (zum Beitrag)
  • Expert: „Whynachten“ 2015: Warum und wohin? Dirk Solte über den Y-Faktor in nahchaotischen Situationen. (zum Beitrag)
  • Strategische Momente 2016: Ludger Arnoldussen (Munich Re), Christian Thimann (Axa), Oliver Bäte (Allianz SE), Hans-Theo Franken (DVAG), Herbert Haas (Talanx), u.a. (zum Beitrag)
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