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LVRG – Einbußen sachlich aufgenommen

07.07.2014 – sparschwein_Jorma_Bork_PixelioDas Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) ist beschlossene Sache: Die Bewertung der Kommentatoren wechselt zwischen Versicherersicht und Versichertensicht sieht aber recht einmütig die Versicherten als Verlierer. Kritik an der Entscheidung bleibt dennoch aus, denn die eigentliche Ursache kann niemand ändern.

Das Reformvorhaben der Bundesregierung wird von den Kommentatoren nicht in Frage gestellt. Denn ein Risiko für die Stabilität der Versicherungsunternehmen will niemand eingehen. Die Verlierer der Reform sind dennoch die Sparer, was in der Berichterstattung auch deutlich zu Tage tritt. Dennoch wird von ganz unterschiedlichen Standpunkten berichtet. Teils wird die Sicht der Versicherer in den Vordergrund gerückt. Der Münchner Merkur titelt „Politik will Lebensversicherung retten“ und beginnt den Bericht damit, dass viele Versicherer Probleme hätten, wegen der niedrigen Zinsen ihre Zusagen einzuhalten. Die Leipziger Volkszeitung macht mit dem Titel „Reformgesetz stärkt Branche der Lebensversicherer“ auf und die Ruhr Nachrichten stellen die Berichterstattung unter die Schlagzeile „Damit die Lebensversicherung überlebt“. Der Spiegel analysiert, dass das Gesetz “weitgehend unbemerkt von der Schland-begeisterten Bevölkerung” während der WM durchgewunken wurde und breitet seinen Lesern aus, “warum sich eine Lebensversicherung kaum noch lohnt”. Die Tagesschau betitelt ihre Berichterstattung mit “Harte Zeiten für Versicherer und Kunden”. Für den Mannheimer Morgen ist der Beschluss indes ein „akzeptabler Kompromiss“.

Kritische Töne in Bezug auf die Versicherten gibt es nicht nur vom Bund der Versicherten. In seiner Kolumne im Handelsblatt deklariert BDV-Chef Axel Kleinlein das LVRG als Lehrstück von Lobbyismus und Gesetzgebungschaos und sieht es als eine große Farce. Die Redaktion des Handelsblatt indes sieht das Reformgesetz als Schutzschirm für die Branche. Die Welt schreibt über die „teure Rettung der Lebensversicherer“ und zeigt auf, was sich für die Versicherten ändert und welche Einbußen zu erwarten sind. Die Sicht der Versicherten bringt die Augsburger Allgemeine mit der Schlagzeile „weniger Geld für alle“ auf den Punkt. Ähnlich sieht es die Frankfurter Rundschau unter dem Titel „Leistungen immer niedriger“.

Insgesamt dominieren die beiden Themen Garantiezins und Bewertungsreserven die Berichterstattung. Das Thema Transparenz der Provisionen wird nur von wenigen Kommentatoren in größerer Tiefe aufgearbeitet. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kritisierte die neue Regelung bereits im Vorfeld des Bundestagsbeschlusses und stellte fest: „Um die Finanzkultur in Deutschland ist es schlecht bestellt.“ Mal werde der Verbraucher geschützt, beispielsweise bei der Protokollierung der Anlageberatung, mal der Versicherer, wie eben bei der Transparenz der Provisionen. Mit dem Gesetz werde die Diskussionen um die Vermittlerprovisionen keineswegs beendet sein.

Einen Abschied von der Lebensversicherung haben die Kommentatoren mit der Bewertung des Lebensversicherungsreformgesetzes nicht eingeleitet. Denn das Niedrigzinsumfeld als eigentlichen Ausgangspunkt, der die Reform notwendig macht, können weder Bundesregierung noch Versicherer ändern. Und dieses Zinsumfeld führt auch dazu, dass eine Suche nach alternativen Anlageformen wenig Positives zum Vorschein bringt. (mh)

Foto: Auch in Zukunft – so die einhellige Meinung der Kommentatoren – wird das Sparschwein die Lebensversicherung in Sachen Altersvorsorge nicht ersetzen können. (Quelle: Jorma Bork/ Pixelio)

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