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Luftfahrtversicherungen im verschärften Wettbewerb

04.11.2013 – Lufthansa_LH_SharkletA320_LandingA_07Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für die internationale Luftfahrt findet im jetzt vorgelegten Neunmonatsbericht der Lufthansa einen deutlichen Niederschlag. Ohne Luftfahrtversicherungen kämen unter anderem die weltweiten Produktions- und Lieferketten zum Erliegen.

Die International Air Transport Association (IATA) beziffert das Marktvolumen des Luftfrachtverkehrs für 2013 auf 59 Milliarden US-Dollar. Die Luftfahrt leistet aber noch mehr: 2012 wurden 5,7 Milliarden Passagiere abgefertigt – Tendenz weiter steigend.

Für die Versicherung von großen Fluglinien wie der Lufthansa werden weltweit pro Jahr rund zwei Milliarden US-Dollar an Versicherungsprämien bezahlt, berichtet Josef Schweighart, Head of Aviation Germany der Allianz Global Corporate Specialty (AGCS). Während große Unglücke Prämienanstiege zur Folge haben, verzeichnen Luftfahrtversicherungen seit Ende 2009 nach mehreren Jahren ohne größere Schäden einen Preisniedergang. Die Lufthansa als eine der sichersten Fluggesellschaften der Welt investierte im vergangenen Jahr 1,7 Mrd. Euro in die Modernisierung und Instandhaltung der Flotte. Überhaupt hat sich die Sicherheit in der internationalen Luftfahrt stark verbessert, was die Schadenhöhe deutlich senkte. Auch der Absturz eines Flugzeugs der Asiana Airlines in San Francisco im Juli 2013 konnte daran wenig ändern. Oliver Dlugosch, Luftfahrtexperte beim Rückversicherer Swiss Re, resümiert deshalb: „Insgesamt ist die Schadenfrequenz und Schadenhöhe für 2013 immer noch relativ gering im historischen Vergleich.“ Laut Reiner Siebert, Versicherungs-Chefeinkäufer der Lufthansa Airline Group, resultiert diese Entwicklung insbesondere aus den stetig steigenden Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Durch das geringe Schadensniveau sind die Prämien auch 2013 stark rückläufig und verzeichneten im dritten Quartal laut Aon Risk Solutions den höchsten Rückgang in diesem Jahrhundert.

Das niedrige Preisniveau ist auch auf den starken Wettbewerb unter Versicherern zurückzuführen:„Die Prämien liegen nun auf einem neuen Tiefstand, weil zu viele Versicherungskapazitäten am Markt angeboten werden“, so Danny Gaus, Swiss Branch General Manager der Zeichnungsagentur Global Aerospace. Gaus beziffert die Kapazität auf rund 300 Prozent. Reiner Siebert von der Lufthansa Airline Group prognostiziert keinen Rückgang: „Im Gegenteil: Wir beobachten aktuell eine Ausweitung der Kapazitäten im Luftfahrtversicherungsmarkt und erwarten daher insbesondere in dem für Airline-Versicherungen wichtigen vierten Quartal ein noch kompetitiveres Marktumfeld.“ Auch der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions wies in seinem letzten Marktbericht darauf hin, dass sich der Preisverfall insbesondere durch neue Marktteilnehmer voraussichtlich auch 2013 fortsetzen werde. Damit rechnet auch Gaus, der hierbei auch auf die zunehmende Präsenz von Rückversicherern und Investoren hinweist. Investoren werden angesichts des Niedrigzinsniveaus von den geringen Schadenquoten und prognostizierten guten Renditen angezogen. Denn auch trotz des geringen Prämienniveaus, „Marge ist immer noch drin“, so Gaus.

Wer sich am Markt hält oder auch nicht, hängt laut Schweighart zum einen aber von der Infrastruktur für Schadenregulierung und Risikomanagement ab, über die der Versicherer verfügt. Zum anderen müssen sich Versicherer langfristig verpflichten: „Ein Ausstieg lohnt sich für viele Risikoträger nicht, weil einerseits die Einstiegskosten in den Markt durch den Aufbau der Infrastruktur sehr hoch sind. Andererseits müssen häufig Haftpflichtansprüche für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren erfüllt werden.“ (ls)

Foto: Flugverkehr wird sicherer,  die Prämien der Luftfahrtversicherer sinken  (Quelle: Lufthansa)

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