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Lockruf Afrika: Versicherungen bieten vielschichtiges Bild

26.05.2015 – skyline_kapstadt_pixelioVersicherung auf dem afrikanischen Kontinent bietet ein vielschichtiges Bild. So gibt es einerseits die landwirtschaftliche Mikro-Versicherung, die den Lebensstandard der am Existenzminimum lebenden Landbevölkerung in den zentralafrikanischen Staaten verbessern soll. Andererseits findet sich in Südafrika eine der höchsten Versicherungsdurchdringungen weltweit (2012: 14,2 Prozent). Afrika, das sind 54 Staaten, eine Mrd. Menschen und mehr als 2.000 Sprachen. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten sind gewaltig – auch im Versicherungsmarkt.

“In einer Anzahl von Ländern sind die regulatorischen Voraussetzungen mit denen von Europa vergleichbar und die lokalen Gesellschaften nach einem sehr hohen Standard geführt und wettbewerbsfähig“, erklärt Lukas Müller, Head North & Sub Saharan Africa bei Swiss Re. In anderen Ländern ist man hingegen noch weit von diesen Standards entfernt. Achim Klennert, Chef der Hannover Reinsurance Group Africa, einer Tochtergesellschaft der Hannover Rück, sieht die größten Schwierigkeiten für das Versicherungsgeschäft in diesen Ländern vor allem in der Konvertierbarkeit der Währung, der Geschwindigkeit des Zahlungsverkehrs und der Rechtssicherheit.

Korruption, schwach entwickelte Justizsysteme und politische Unsicherheit sind in Afrika nicht wegzudiskutieren. Es gilt, Chancen gegen Risiken abzuwägen, denn der Kontinent bietet trotz seiner vielen infrastrukturellen Defizite enorme Chancen – auch für Versicherer: Getragen von dem aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung entsteht in Staaten wie z.B. Nigeria, Angola oder Ghana eine Mittelschicht zu der heute laut der African Development Bank 325 Mio. Afrikaner zählen. Auch wenn die Mittelschicht in den afrikanischen Staaten eine deutlich instabilere Einkommensgruppe mit hoher Fluktuation darstellt als etwa in Europa, sind die Marktpotenziale für Versicherer groß.

Dies beruht vor allem auf der geringen Versicherungsdurchdringung von 3,65 Prozent (2012) auf dem Kontinent. Umgerechnet zahlte 2012 jeder Afrikaner durchschnittlich 66,4 Dollar an Versicherungsprämien. In Westeuropa lagen die Versicherungsdurchdringung im selben Jahr bei 7,72 Prozent und die Versicherungsdichte (Pro-Kopf-Prämie) bei 2.716 Dollar.

Trotz dieser Voraussetzungen ist eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung in Afrika nicht selbstverständlich, warnt Müller von Swiss Re: “Eine große Herausforderung für ausländische Versicherungsunternehmen ist es, die lokalen Bedürfnisse zu erkennen und ihre Produkte entsprechend anpassen zu können.” Ähnlich beurteilt auch Hannover Re-Mann Klennert die Situation: “Afrika bietet große Chancen. Allerdings muss man auf der einen Seite entscheidungsfreudig sein, um Chancen­ wahrzunehmen, auf der anderen Seite auch Geduld mitbringen und Rückschläge verdauen können.” (jko)

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Link: “Lockruf Afrika”, in: Versicherungswirtschaft 5/15 (Einzelartikel zu 3,81 Euro)

Bild: Skyline von Kapstadt (Quelle: Lothar Henke / pixelio.de)

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