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Leitermann: “Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der bAV”

16.03.2015 – mertes_leitermann_ihm_2015_akUlrich Leitermann Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna mit Sitz in Dortmund und als solcher Spezialist für Fragen rund um das Handwerk im Allgemeinen und zu Fragen der bAV im Besonderen wehrt sich im Interview nach der Runde mit der Kanzlerin mit dem Chefredakteur der Versicherungswirtschaft/VWheute, Heinz Klaus Mertes, gegen die aus dem Bundesarbeitsministerium vorgestellten Pläne zum Umbau der bAV: Diese schaffe eine neues “Bürokratiemonster” und eine “Zwei-Klassen-Gesellschaft”.

Auf die Einschätzung der Versicherungswirtschaft, die Konzepte aus dem Arbeits- und Sozialministerium hätten in der Branche mindestens zu Irritationen geführt bestätigte Leitermann seine ebenfalls ablehnende Haltung gegenüber den Plänen von Bundesministerin Andrea Nahles (SPD): “Das Ziel von Frau Nahles ist ein weiterer Durchführungsweg, also quasi einen sechsten Durchführungsweg für die bAV ins Leben rufen zu wollen, das halten wir für den völlig falschen Weg”, so der Signal Iduna-Chef. Hier werde nur “ein neues bürokratisches Monster” aufgebaut:

“Wir haben fünf Durchführungswege. Diese Durchführungswege sind erfolgreich. Und wir sind der Meinung, dass das was bereits Bestand hat im Rahmen der fünf Durchführungswege das man hier im Rahmen dieser fünf Durchführungswege die bAV noch deutlich ausbauen kann. Wir brauchen keinen sechsten Durchführungsweg der nur wieder Kosten verursacht und vor dem Hintergrund des Niedrigzinsniveaus dann natürlich wieder Auswirkungen auf die Rendite hat.”

VWheute: Haben Sie da Ihre Sorgen und Bedenken im Spitzengespräch mit der Kanzlerin verlautbaren können?

Ulrich Leitermann: Wir lassen keine Gelegenheit aus wo auch immer diese Problematik zu platzieren.

VWheute: Hat Sie sich geäußert?

Ulrich Leitermann: Sie hat sich wie in der Pressekonferenz geäußert. Mit Hinblick darauf, dass es noch keinen Gesetzentwurf gibt, das wir hier in einer Phase vor dem Gesetzentwurf sind, das hier die Dinge in der Diskussion noch offen sind.

VWheute: D.h. es wird Seitens der Versicherungswirtschaft auch weiter gerungen, die Rolle die sie bisher im Bereich der bAV innehat zu behalten und nicht dem Kartell der Tarifpartner zum Opfer zu fallen?

Ulrich Leitermann: Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es hier keine Zweiklassen Gesellschaft in der bAV gibt, auf der einen Seite mit Arbeitgeberhaftung auf der anderen Seite ohne Arbeitgeberhaftung, das können wir nicht wollen, und darüber hinaus nochmal: Wir beklagen immer wieder die Bürokratie, hier wird ein neues bürokratisches Monster aufgebaut, das braucht kein Mensch. Im Koalitionsvertrag steht nichts von einem neuen Durchführungsweg, sondern lediglich von der Unterstützung, von der Förderung von kleineren und mittleren Betrieben und deren Mitarbeiter im Hinblick auf die bAV. Und das schaffen wir in den bisher vorhandenen fünf Durchführungswegen ohne Probleme.

VWheute: Wird die Kompetenz der Versicherungswirtschaft in diesem Zusammenhang gebraucht?

Ulrich Leitermann: Die wird dringend gebraucht, sie wird aber leider im Moment nicht an den Verhandlungstisch geholt. (vwh)

Bild: Signal Iduna Vorstandsvorsitzender Ulrich Leitermann (re.) im Gespräch mit Heinz Klaus Mertes am Rande des Spitzengesprächs der Deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen der diesjährigen Internationalen Handwerksmesse in München. (Quelle: Alexander Kaspar).

Link: Vollständiger Wortlaut des Interviews auf dem Youtube-Kanal von VWheuteTV.

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