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Lebensversicherung: Alle profitieren von einer Senkung der Garantien

19.04.2016 – Garantie_Rainer Sturm_pixelioAlle normativ-rationalen Kundentypen profitieren von einer Senkung der Garantien in der Kapitallebensversicherung. Davon sind Experten des Institutes für Versicherungswirtschaft an der Universität St. Gallen überzeugt. In einer Modellrechnung für VWheute kommen Alexander Braun, Marius Fischer und Hato Schmeiser zu diesem Ergebnis.

Grundsätzlich gilt: Eine hohe Zinsgarantie zwingt Versicherer durch die Solvenz- und Pricing-Restriktionen, einen sehr hohen Anteil seines Portfolios in der quasi-sicheren Anlageform zu halten. Die Folgen: eine niedrigere Volatilität als riskante Assetklassen bei einer gleichzeitig aber niedrigeren erwarteten Rendite. (siehe MÄRKTE)

Niedrigere Garantien erweitern den Spielraum in der Assetallokation, was eine Ausweitung des Portfolios in die volatilere Anlageklasse erlaubt. “Die optimale Höhe des Garantiezinses wird maßgeblich durch die individuelle Risikoaversion des Kunden beeinflusst. Somit ist eine pauschale Lösung für alle Kundentypen nicht möglich”, schränken die Wissenschaftler ein.

Bei der konkreten Untersuchung, die Braun, Fischer und Schmeiser ausführlich im Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft vorlegen, kommen Sie für sämtliche Kundentypen zum Ergebnis, dass die Senkung des Garantieniveaus den Kundennutzen erhöht. Das Modell misst den Nutzen eines Kunden mit niedriger, mittlerer und hoher Risikoaversion. Zusätzlich wird der Nutzen der Police mit dem Nutzen einer Direktinvestition in die beiden Anlageklassen mit identischer Assetallokation verglichen.

In der Beispielrechnung führt eine Absenkung des Garantiezinses um einen Prozent zu einer Erhöhung des erwarteten Endvermögens für den Kunden um rund vier Prozent. Der Garantiezins dient dem Kunden jedoch in jedem Falle als Downsideschutz. Der Kunde mit dem höchsten Sicherheitsbedürfnis hat bei einem Garantiezins von einem Prozent den höchsten Nutzen, wie die St. Gallener Experten feststellen. Für risikofreudigere Kundentypen indes stellt sich für die Forscher die grundsätzliche Frage, ob ein Garantieprodukt Sinn haben kann. Sie formulieren das so: “Durch geeignete Wahl des Garantieniveaus kann Kunde B [mittlere Risikoaversion - Anmerkung der Red.] einen fast genauso hohen Nutzen mit dem Lebensversicherungsprodukt erzielen wie Kunde A [hohe Risikoaversion].” Der Kunde C mit der höchsten Risikoneigung erziele seinen persönlich größten Nutzen demnach ebenfalls bei einer Garantie von 0,0 Prozent. Allerdings liegt er da mit dem Lebensversicherungsprodukt noch unter dem Nutzen von Kunde B. (vwh/ku)

Bildquelle: Rainer Sturm/ pixelio

Expert: Garantiezins nach Risiko-Bereitschaft. Wie die Versicherer kalkulieren und was sie ihren Kunden anbieten können, von Alexander Braun, Marius Fischer und Hato Schmeiser, in VW 04/16 (Einzelbeitrag)

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