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Lebensversicherer senken Überschussbeteiligung

27.11.2013 – standard-and-poors-logoDie Lebensversicherer werden die Überschussbeteiligung für das kommende Jahr senken müssen, glaubt die Rating-Agentur Standard & Poor’s. „Die Gewinnbeteiligung wird weiter reduziert“, sagt Christian Badorff, Associate Director bei S&P. Die Agentur sieht die Ratings der Versicherer trotzdem mit stabilem Ausblick.

Die niedrigen Zinsen setzen die Lebensversicherer stark unter Druck. In diesem Jahr werden sie die Zinszusatzreserve ein weiteres Mal mit sechs Milliarden Euro dotieren. Bereits im vergangenen Jahr mussten sie Altverträge in dieser Höhe absichern. Fast alle Lebensversicherer mussten dafür stille Reserven aus ihrem Rentenportfolio realisieren. In diesem Jahr werden erstmals auch Verträge mit einer Garantieverzinsung von 3,5 Prozent über die Zinszusatzreserve gestützt. Die Bafin will mit diesen Maßnahmen die Lebensversicherer auf die steigenden Kapitalanforderungen durch Solvency II vorbereiten. Die Zinszusatzreserve wird auch in den kommenden Jahren die Lebensversicherer belasten. Allerdings wird die Belastung nicht mehr so hoch ausfallen wie in 2012 und 2013, glaubt man bei S&P. Die Agentur sieht in dieser Maßnahme einen stabilisierenden Faktor. „Das trägt zur Disziplinierung bei“, sagt Badorff.

Die Beteiligung ausscheidender Kunden an den stillen Reserven schätzen die Analysten hingegen als belastenden Faktor ein. „Das Auskehren der Bewertungsreserven geht an die Substanz“, sagt S&P-Analyst Ralf Bender. Bender und Badorff berichten, dass das Neugeschäft mit niedrigeren Garantien gut angelaufen ist. Derzeit bieten Allianz und Ergo solche Produkte an. Auch Fondspolicen hätten in diesem Jahr wieder angezogen. „Das Neugeschäft mit niedrigeren Garantien hilft, die Durchschnittsverzinsung im Bestand zu senken“, sagt Badorff. Seiner Einschätzung nach hat die angespannte Marktlage nicht dazu geführt, dass Lebensversicherer in ihren Konditionen nach unten gehen. Weil die klassische Lebensversicherung an Attraktivität eingebüßt hat, verkaufen Lebensversicherer derzeit vor allem Risiko-Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Ein Mis-Pricing sei hier nicht zu beobachten, heißt es. „Bislang sind die Risikoergebnisse ordentlich und werden sich auch ordentlich entwickeln“, ist Badorff überzeugt. (ba)

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