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Kühle Rechner gefragt: Die neue Spitzen-Generation auch bei Versicherern

20.04.2015 – Manager_S. Hofschlaeger_pixelioDie neue Führungs-Phalanx schreddert Kosten und sucht den Anschluss der Belegschaften. Experten fordern vom Management auch für Konzerne wie VW Konsolidierung interner Kostenstrukturen und Leadership. Auch in der Versicherungswirtschaft ist angekommen: „Wir müssen den Anspruch erfüllen, optimale Prozesse zu organisieren, um auf der Kostenseite wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Norbert Rollinger, der Vorstandsvorsitzende der R+V Allgemeinen.

Rollinger ist promovierter Jurist und Betriebswirt. Fünf Jahre arbeitete der Luxemburger für McKinsey und gehört mit seiner Vita zur neuen Generation der Vorstandsvorsitzenden.

Viele der neuen Versicherungsmanager haben ihre Karriere bei einer Unternehmensberatung gestartet, die meisten von ihnen bei McKinsey, die unangefochtene Nummer eins der Unternehmensberater.

Dazu zählen auch Ergo-Chef Torsten Oletzky und der Nachfolger von Michael Diekmann an der Spitze des Allianz-Konzerns, Oliver Bäte.

Führungswechsel bedeutet immer mehr auch Kulturwechsel. Das Change Management, das diesen Wandel postuliert, ist in den Versicherungsunternehmen in vollem Gange. Und natürlich gibt es weiter den normalen zyklischen Generationenwechsel in Vorständen und Aufsichtsräten.

Wenn jetzt bei der Allianz Michael Diekmann geht und Oliver Bäte der neue Vorstandsvorsitzende wird, folgt der Techniker auf den Vormann.

Mit Ulrich Leitermann ist jetzt der Banker an der Spitze der Signal Iduna, während sein Vorgänger Reinhold Schulte für viele der Inbegriff des Bosses war. Global Leader Thomas Buberl hat bei der Axa das Zepter von Patron Frank Keuper übernommen.

Die kühle Underwriterin Inga Beale ist mittlerweile diejenige, die sagt, wohin es beim Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s gehen soll. Ihr Vorgänger Richard Ward kam als Ölprinz von der Erdölbörse ICE.

Manager wie Markus Rieß (Allianz Deutschland) und Michael Rentmeister (OVB) gehören zu einer ganzen Phalanx an Quereinsteigern, die in den vergangenen Jahren in die Spitzenpositionen der Versicherungsbranche vorgedrungen sind. Weil sie nicht durch langjährige persönliche Beziehungen eingeschränkt sind, können sie Veränderungen radikaler anpacken als Manager mit vierzig Jahren Assekuranz-Erfahrung im Gepäck.

Es wirkte wie ein Paukenschlag, als Alexander Erdland zur W&W wechselte. Erdland ist Wirtschaftswissenschaftler und Banker. Seine Karriere im genossenschaftlichen Sektor führte ihn an die Spitze der Schwäbisch Hall, die er in sieben Jahren zu einem hoch effizienten Finanzdienstleister umformte. Bei W&W hat er mit einem komplett neuen Management-Team Jahr für Jahr neue Restrukturierungs-Projekte vorangetrieben.

Die Manager der Versicherungswirtschaft haben inzwischen verstanden, dass sie den Kampf um bessere Kostenstrukturen nicht gewinnen können, wenn sie die Mitarbeiter nicht mitnehmen. Ein authentischer Führungsstil wird von den Spitzenkräften der Versicherer für immer wichtiger eingeschätzt.

„Leadership und Vision müssen mehr zählen als der Branchen-Stallgeruch”, sagt Personalberater Christoph Trah. (vwh/ku)

Bildquelle: S. Hofschlaeger/ pixelio

Link: Reports, Interviews und Experts zu Unternehmensführung und Compliance finden Sie in VWselections UNTERNEHMENSFÜHRUNG, siehe auch UNTERNEHMEN.

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