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Kreditversicherer warnen vor China

10.12.2015 – In den meisten deutschen Unternehmen ist die wirtschaftliche Lage derzeit stabil. Allerdings ist die Exportwirtschaft nach Einschätzung der deutschen Kreditversicherer mit wachsenden Gefahren konfrontiert. Besonders im Fokus: die hohen politischen Risiken in einigen Regionen der Welt sowie die wirtschaftliche Schwäche in zahlreichen Schwellenländern. Vor allem die Entwicklung in China bereitet den Kreditversicherern Sorge.

Das größte Problem sehen die Kreditversicherer darin, dass Exporteure immer länger auf die Begleichung ihrer Rechnung durch die chinesischen Abnehmer warten müssen. Zudem häuft sich die Zahl der Zahlungsausfälle und wird weiter steigen, berichten die deutschen Kreditversicherer im Rahmen ihres Jahres-Pressegespräches.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in China dürfte in diesem Jahr um 25 Prozent steigen, lautet die Prognose. Für das Jahr 2016 rechnen die Kreditversicherer mit einem weiteren Anstieg um 20 Prozent. “China hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Produzenten entwickelt. Aber die Zahlungsmoral sinkt und die Insolvenzen steigen. Hinzu kommt, dass chinesische Gerichte kaum dabei helfen, ausstehende Forderungen durchzusetzen. Wer als Exporteur in China auf Erfolgskurs bleiben will, braucht einen guten Risiko-Kompass”, warnt Thomas Langen, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Schwäche der chinesischen Wirtschaft beeinflusst auch die deutschen Autobauer. Zwar können sie die sinkende Nachfrage in Fernost mit guten Absatzzahlen in Europa und den USA ausgleichen oder sogar überkompensieren. Welche Folgen allerdings der Abgasskandal bei Volkswagen auf die Branche haben werde, könne noch nicht bewertet werden. “In der Gesamtsicht könnten die Folgen – etwa neue Prüfvorschriften für Abgasnormen – zu steigenden Forschungs- und Entwicklungskosten, aber auch zu Marktchancen für Kfz-Zulieferer führen”, ergänzt Langen.

Für Deutschland erwarten die Kreditversicherer in diesem Jahr einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um drei Prozent auf etwa 23.400. Dies wäre der niedrigste Wert seit 1995. Im kommenden Jahr rechnen die Kreditversicherer mit einem weiteren Rückgang von etwa zwei Prozent. Allein in den ersten neun Monaten dies laufenden Jahres summierte sich der Schadenaufwand der Kreditversicherer auf 402 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Geschäftsentwicklung in der Kreditversicherung 2015

Insgesamt sicherten die Kreditversicherer in den ersten neun Monaten des 2015 nach eigenen Angaben Ausfallrisiken in Höhe von knapp 430 Mrd. Euro ab. Dies entspricht einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 386 Mrd. Euro (-0,4 Prozent) auf die Warenkreditversicherer. Die Kautionsversicherer stellten Bürgschaften und Garantien in Höhe von 44 Mrd. Euro (+8,6 Prozent). (vwh/td)

Grafikquelle: GDV

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