Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Kompression durch politische Richtungsentscheidungen

13.03.2014 – Die Diskussionen um die Bewertungsreserven bewegen in diesen Tagen die Versicherer. Dabei ist das nur ein Thema von vielen, das derzeit auf der Agenda steht. Im Mai ist Europawahl, für Solvency II sollen im Sommer Details kommen, Prävention im Hinblick auf Naturgefahren soll gefördert werden und die Debatte um die Zukunft des Berufsstandes der Hebammen hält weiter an.

Politisch wollte GDV-Präsident Alexander Erdland auf der gestrigen Pressekonferenz keine Prognose wagen. Er hob die Beruhigung der Krise im Euroraum hervor sowie das Wachstum der Partner im Süden und Westen des Kontinents. Gut sei auch, dass das deutsche Wachstum wieder Fahrt aufnehme. Sorgen bereiteten indes die Entwicklungen am „östlichen Rand des Kontinents“. Erdland ging zudem auf die im Mai anstehende Europawahl ein. „Wir möchten den guten Dialog auf der europäischen Ebene im Interesse einer angemessenen und ausgewogenen Regulation weiterführen“, war sein Wunsch Richtung Brüssel.

Beschäftigen wird sich die Branche erneut stark mit Solvency II. Nachdem nun der offizielle Start mit dem 1. Januar 2016 feststeht, rüsten sich die Häuser Erdland zufolge „mit Hochdruck an den Vorbereitungen auf dieses Datum hin“. In vielen Bereichen gebe es bereits einen guten Vorbereitungsstand. Seit Jahresbeginn läuft die Vorbereitungsphase im Dialog mit der Bafin. „Unsere Unternehmen erhalten so wichtige Hinweise wo sie im Prozess stehen. Und dann wird es im Sommer zu der Bafinabfrage kommen“, sagte Erdland. Allerdings, monierte er, fehlten den Unternehmen immer noch wichtige Informationen. Grund: Die Gesetzgeber legen erst im laufenden Jahr die letzten Details fest. Darüber hinaus wird es Vorschläge der EU-Kommission geben, die der GDV für den Sommer erwartet. Die nationale Umsetzung wird dann im Herbst oder Winter stattfinden. „Dies ist, wie alles bei Solvency II, sehr ambitioniert“, fasste der GDV-Präsident zusammen.

Ein weiteres Thema ist die Prävention, Aufklärung und Schärfung des Risikobewusstseins im Zusammenhang mit Naturgefahren. Die Naturereignisse 2013 hätten eindrucksvoll gezeigt, dass zu einer guten Vorsorge Präventionsmaßnahmen und Versicherungsschutz gehörten, so Erdland. Entscheidend dabei sei, dass die Menschen die Gefahren kennen müssten. Nur wer Risiken kenne, kann sich schützen. „Wir setzen uns ein für ein bundesweites Naturgefahrenportal, damit jeder sein individuelles Risiko erkennen kann. Wir setzen uns ein für eine bundesweite Informationskampagne, wir wollen Aufklärung und Risikobewusstsein schärfen.“ Dafür biete man der Bundesregierung „ausdrücklich“ die Zusammenarbeit an.

Aus aktuellem Anlass ging Erdland auch auf die Debatte über die Zukunft des Berufsstandes der Hebammen ein. „Viele Fragen sind auch an uns gerichtet gewesen. Bezahlbarer Versicherungsschutz für Hebammen wird immer schwerer“, sagte er. Demnach waren die Prämienanpassungen „fast ausschließlich durch sehr stark steigende Kosten für schwere Geburtsschäden bedingt“. Dieser Anstieg belaufe sich seit 2003 auf 80 Prozent. Versicherer zahlen heute in solch schweren Fällen im Durchschnitt 2,6 Mio. Euro. Das Risiko sei immer schwerer zu kalkulieren, es komme zum Teil zu erheblichen Verlusten. Gleichzeitig steigen die Prämien weiter, ab Juli 2014 muss man im Schnitt mit 5.000 Euro Jahresprämie rechnen. „Natürlich zeigen wir Verantwortung. Wir müssen uns dafür einsetzen, den Hebammenberuf zu erhalten. Wir sind zuversichtlich und führen Gespräche mit den Hebammen und der Politik, wo wir schnell zu tragfähigen Lösungen kommen wollen“, sagte Erdland.   (ks)

Links: IM BLICK, MÄRKTEMÄRKTE II

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten