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“Kognitive Systeme interagieren intuitiver”

12.02.2016 – andrea_cornelius_ibm“Kognitive Systeme verstehen natürliche Sprache und interagieren intuitiver mit Menschen als traditionelle Systeme”, sagt Andrea Cornelius, Consultative Sales Leader for IBM Analytics. Mit entsprechenden Vorteilen für die Versicherer: So können diese “die Interaktion mit Menschen erleichtern” sowie “Entscheidungsprozesse unterstützen”, meint die Expertin gegenüber VWheute.

VWheute: Kognitive Lösungsansätze und Partnerschaft zwischen Menschen und Computern. Wie können hier Versicherer punkten?

Andrea Cornelius: Kognitive Systeme wie Watson lernen, verstehen natürliche Sprache und interagieren intuitiver mit Menschen als traditionelle Systeme. Daher ermöglichen sie neue Arten der Interaktion zwischen Menschen und Computern, sodass die menschliche Arbeitsweise erleichtert, skaliert und bereichert werden kann.

Versicherer haben hierfür drei wesentliche Anwendungsfelder:

Erstens können kognitive Systeme die Interaktion mit Menschen erleichtern. So interagiert Watson selbständig mit Anwendern in natürlicher Sprache und löst komplexe Probleme. Dabei berücksichtigt Watson die Erfahrungen vergangenen Interaktionen und stimmt seine Antwort auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders ab. So kann ein Kunde vor einer Auslandsreise im Dialog mit Watson den Deckungsumfang seiner Police klären.

Zweitens helfen kognitive Systeme beim Aufdecken neuer Zusammenhänge. Dazu durchkämmt Watson große Datenmengen, ist dabei in der Lage, Zusammenhänge zu entdecken und diese in den Kontext von Kunden, Märkten oder Risiken übersetzen.

Drittens können Versicherer kognitive Systeme verwenden, um Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Mitarbeiter in der Schadensachbearbeitung können so auf relevante Passagen in Dokumenten hingewiesen werden. Ebenso kann Watson bei der Einschätzung von Risken unterstützen, was das Underwriting erleichtert und individuelle Services für Kunden zur Risikoprävention ermöglicht.

VWheute: Wird der Facebook-Butler bald Versicherungen verkaufen?

Andrea Cornelius: Wir raten hier: “Groß denken, klein anfangen, schnell skalieren”. Es ist wichtig, die vielfältigen Möglichkeiten von kognitiven Systemen frühzeitig zu erkennen und gedanklich in die unternehmenseigene Problemlösungspalette einzuordnen. Danach gilt es, diese Fähigkeiten im eigenen Unternehmenskontext auf ein überschaubares, gut bekanntes Problem anzuwenden. Das steigert die Lernkurve des Unternehmens in der Verwendung kognitiver Technologien und erleichtert die Integration. Ist erstmal die Infrastruktur verfügbar und die Problemlösungsweise bekannt, lassen sich schnell weitere Anwendungsfälle realisieren.

Somit ist im Einzelfall zu prüfen, ob der “Facebook-Butler” in einer Vertriebsrolle eine attraktiver Anwendungsfall für das eigene Unternehmen ist.

Ein klares Ja kann ich zu dem “bald” in Ihrer Frage geben: Das Marktforschungsunternehmen IDC prognostiziert, dass in zwei Jahren bereits 50 Prozent der Endkunden regelmäßig kognitive Systeme nutzen werden. Durch frühe praktische Erfahrungen mit kognitiven Systemen können Versicherer diesen Bedürfnissen zeitgemäß begegnen und dabei auch die Effizienzgewinne durch internen Anwendungsfälle früher realisieren.

VWheute: Wo kommen Sie ins Spiel?

Andrea Cornelius: Ein guter erster Schritt zur Nutzung von kogntitven Systemen ist unser Cognitive Value Assessment.
Darunter verstehen wird eine kurze, kundenspezifische Studie, die den Grundstein für einen souveränen Umgang mit kognitive Systemen legt und mögliche Anwendungsfälle von Watson für die gegebene Kundensituation identifiziert. Wenn sich ein Kunde dafür interessiert, ein gegebenes Problem mit Hilfe von Watson zu lösen, können wir mit einem Piloten erste schnelle Resultate erzielen.

Eine weitere attraktive Möglichkeit sind Hackathons. Dabei werden die Möglichkeiten von Watson vorgestellt, ein Problem formuliert und anschließen entwickeln Teams mit Hilfe von Watson-Funktionalität in wenigen Tagen einen Prototyp zur Lösung des Problems. Dabei arbeiten Mitarbeiter des Versicherungsunternehmens und ggf. weitere Entwickler aus Startups, Freelancer oder Studenten gemeinsam an einer Lösung.

Auf diese Weise können Versicherer einen schnellen Überblick über kognitiver Systeme bekommen und erlangen schnell tangibele Ergebnisse.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

Bild: Andrea Cornelius, Consultative Sales Leader for IBM Analytics (Quelle: IBM)

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