Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

KMU: Policen zentrales Instrument für Risikomanagement

02.09.2014 – stiebel-eltron-produktion-150Die Risikowelt in der Realwirtschaft wird immer differenzierter. Sie ist buchstäblich grenzenlos, nicht nur für Global Player. Auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Gefahrenwelt in Bewegung: Lieferkettenproblematik und Cyberrisiken können ebenso existenzbedrohend sein wie für Konzerne. Gerade kleine Unternehmen brauchen versicherungsfachlichen Beistand.

Während Großunternehmen in den vergangenen Jahren ein eigenes Insurance Management aufgezogen haben, kommt dafür bei Gewerbeunternehmen häufig ein Versicherungsmakler zum Einsatz. Der Makler fungiert „oft als ausgelagerte Stabsstelle für ein professionelles Risiko- und Versicherungsmanagement im Unternehmen mit allen dazugehörigen Kern- und Zusatzleistungen. Das gilt insbesondere für den internationalen Bereich“, erklärt Thomas Harder, Mitglied der Geschäftsleitung der Funk Gruppe.

Die Serviceanforderungen der Firmen und speziell der Wunsch, die erforderlichen Leistungen aus einer Hand zu erhalten, sind hoch. Denn immerhin geht es oft schlicht um die betriebliche Existenz. Eine reine Betrachtung von Sach- und Haftpflichtrisiken reicht dabei nicht aus. Gefahren resultieren ebenso aus politischen Krisenlagen, dem Finanz- und Währungsgeschehen wie aus dem Energie- und Rohstoffsektor. Zum Risikomanagement gehören aber auch Schadenverhütungsmaßnahmen oder kalkulierte Inkaufnahme von Risiken.

In den vergangenen Jahren hat sich in vielen Unternehmen ein eigenständiges Risikomanagement etabliert, schreiben die Forscher am Wirtschaftsinstitut Prognos in der 2013 veröffentlichten Studie zur „Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Allerdings wird Risikomanagement als strategisches Instrument der Unternehmenssteuerung aus Sicht von Hendrik Löffler, Geschäftsführer bei Funk RMCE, eine auf betriebswirtschaftliches Risikomanagement spezialisierte Unternehmensberatung, noch viel zu wenig eingesetzt. Die Artus-Gruppe zum Beispiel hat in den vergangenen Jahren professionelles Risiko-Management deutlich ausgebaut, bewusst in einer eigenen Gesellschaft, der RMA Risk Management Advisers, gebündelt.

Auch Versicherer setzen mit ihren Dienstleistungen und Versicherungslösungen immer konsequenter auf ganzheitliches und nachhaltiges Risikomanagement. „Kunden werden frühzeitig über Schwachstellen und Risiken informiert“, berichtet Michael Busch, bei R+V verantwortlich für den Bereich Firmenkunden und Agrar.

Versicherer und Makler konstatieren, dass Unternehmen sich oft unzureichend mit der Gesamtheit der betrieblichen Risiken im Hinblick auf Umfang und Komplexität auseinandersetzen. „Hieraus resultiert in vielen Fällen ein nicht adäquater Einkauf von Versicherungsschutz. Das betrifft Priorisierung des Versicherungseinkaufes nach Risikoexponierung und ausreichende Versicherungssummen“, beobachtet Hans Theo Kuhl, Geschäftsführer Gothaer Risk Management. Das mündet darin, dass manche Betriebe mitunter sogar klassische Risiken unterschätzen. „Es fehlen teilweise elementare Policen wie die Betriebsunterbrechungs-Versicherung, Deckungen für Elementarschäden oder spezielle Deckungsbausteine bei Umweltgefahren“, berichtet Harder von der Funk-Gruppe. (ks)

Lesen Sie den gesamten Artikel in der neuen Ausgabe von Versicherungswirtschaft (Heft 9/2014).

Foto: Stiebel Eltron

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten