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Klare Positionen, deutliche Worte, wenig Begeisterung

21.11.2013 – Michael-NieblerMan muss ihn „fulminant“ nennen, den Amtsantritt des neuen Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer. Sowohl bei der Verabschiedung seines Vorgängers Dieter Hundt im Beisein der Kanzlerin als auch bei der Eröffnung des Deutschen Arbeitgebertages wählte er ungewöhnlich deutliche Worte, um die sich anbahnende große Koalition zu einem wirtschaftsfreundlichen Kurs zu bewegen.

Von Dr. Michael Niebler

Dies gipfelte in der Mahnung an die Regierungschefin „Bestellen Sie bitte nichts, was Sie nicht bezahlen können“. Die Bundeskanzlerin vernahm das mit sichtbar wenig Begeisterung, was Sie mit der Bemerkung, Kramer gäbe sich für einen Amtsneuling „sehr selbstbewusst“, auch verbal zum Ausdruck brachte.

In der Sache kann man dem neuen Arbeitgeberpräsidenten nur zustimmen, vor allem bei seiner zentralen Botschaft, die Flexibilität am Arbeitsmarkt müsse ausgebaut, anstatt zurückgedreht werden. Auch für die Versicherungswirtschaft wäre beispielsweise die Einschränkung der Möglichkeit, Arbeitsverträge ohne Sachgrund zu befristen, fatal. Dies gilt auch für Beschränkungen beim Einsatz von Werkverträgen. Wir stehen selbstverständlich zu einer fairen, geschlechtsunabhängigen Bezahlung der Mitarbeiter, lehnen aber das bürokratische Monstrum, das unter dem Stichwort „Entgeltgleichheit“ auf uns zukommen könnte, entschieden ab. Und starre Quoten, etwa bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten, sind gefährlich, weil die Verhältnisse in den Unternehmen so unterschiedlich sind, dass sie nicht über einen Kamm geschoren werden können. Ein allgemeiner, bundesweit einheitlicher, gesetzlicher Mindestlohn dürfte zwar unmittelbar keine Auswirkungen auf unsere Branche haben, führt aber zu einer Verteuerung einfach gelagerter Tätigkeiten, die heute schon oft aus sozialen Gründen „über Markt“ vergütet werden.

Der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland ist nach den Metall- und Chemieverbänden der drittgrößte Beitragszahler der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Unser Vorsitzender, Josef Beutelmann, ist Vizepräsident der BDA. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat als Arbeitgeber und als Anbieter ein hohes Interesse an dem großen und vielschichtigen Feld der Sozialpolitik. „Deutschland braucht stimmkräftige Akteure“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck beim Deutschen Arbeitgebertag an die Adresse der BDA. Zu Recht. Deshalb bringen wir uns in die BDA als einziger Spitzenverband der deutschen Wirtschaft, der alle Branchen von Industrie über Handel bis Dienstleistungen bündelt, aktiv ein.

Foto: Dr. Michael Niebler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland e.V. (Quelle: AGV)

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