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Kirsch: „Vermittler erwarten schnelle Risikoprüfung“

16.09.2014 – Kirsch_christian_ZurichIm Zeitalter der Digitalisierung sind schnelle und schlanke Risikoprüfungen ein zunehmender Wettbewerbsfaktor, sagt Christian Kirsch, Leiter Underwriting der Zurich Gruppe Deutschland, im Exklusiv-Interview mit VWheute. Doch die am Markt befindlichen Risikoprüfsysteme am Point of Sale decken noch nicht alle Produktlinien ab und ermöglichen oft kein Cross-Selling. Die Zurich hat mit ihrem RisikoCheck durchweg gute Erfahrungen gemacht.

VWheute: Vor welchen Aufgaben stehen Versicherer in der Risikoprüfung?

Kirsch: Kunden und Vermittler erwarten im Zeitalter der Digitalisierung schnelle und einfache Lösungen. Eine schnelle und schlanke Risikoprüfung ist daher ein zunehmender Wettbewerbsfaktor, und viele Makler benutzen bereits in der Angebotsphase Online-Tools zur Einschätzung von Risiken. Schlanke und automatisierte Prozesse sind aber auch für die Versicherer im Hinblick auf die Kostenquoten wichtig. Automatisierte Risikoprüfungssysteme am Point of Sale (PoS) sind ein wichtiges Instrument, um diese Ziele zu erreichen. Für die Risikoprüfer in den Unternehmen stellen die Pflege, das Controlling und die Steuerung der automatischen Risikoprüfungsysteme am PoS eine neue zusätzliche Herausforderung dar. Neben der Einschätzung neuer Produkte müssen sie die komplexen Fälle bearbeiten, die nicht automatisiert am PoS entschieden werden können.

Was müssen Risikoprüfungssysteme am PoS leisten? Decken die am Markt verfügbaren Systeme alle Erfordernisse ab oder besteht noch Handlungsbedarf?

Sie müssen sich perfekt in die Beratungssoftware und den -prozess einfügen im Sinne eines ganzheitlichen Beratungsansatzes. Der Einsatz des Systems darf nicht zu Prozessbrüchen führen. Das Tool muss einfache und verständliche Fragen stellen und darf keine Anforderungen an medizinisches Know-how stellen. Eine möglichst hohe Anzahl von Fällen muss fallabschließend am PoS bearbeitet werden, d.h. es sollte nicht restriktiver sein als die manuelle Risikoprüfung des Versicherers. Natürlich muss es die Annahmegrundsätze des Versicherers abbilden. Die am Markt befindlichen Systeme decken noch nicht alle Produktlinien bzw. neuen Produkte ab und ein Cross-Selling zwischen verschiedenen Produkten ist nicht immer möglich. Andererseits sind die Systeme den Kinderschuhen entwachsen und funktionieren dort, wo sie eingesetzt sind, gut.

Mit welchen Innovationen will die Zurich Gruppe einen Wettbewerbsvorteil gewinnen?

Mit neuen Services im Underwriting sowie neuen bzw. verbesserten Produkten. Durch unseren Zurich RisikoCheck, unser automatisiertes Risikoprüfungssystem am PoS, ermöglichen wir es unseren Vermittlern und Kunden, schnell und unkompliziert Risiken zu prüfen und eine Entscheidung am PoS zu treffen. Durch deutlich erhöhte Untersuchungsgrenzen vereinfachen wir den Antragsprozess und erleichtern somit bedarfsgerechte Absicherungen. Beim Überschreiten der Untersuchungsgrenzen bieten wir den Kunden auf unsere Kosten den Medical Home Service an, bei dem eine medizinische Fachkraft den Kunden für die Untersuchungen besucht. Darüber hinaus nimmt Zurich als Pilotversicherer an der Voranfragen-Plattform vers.diagnose teil. Hierdurch ermöglichen wir es Vermittlern schon in der Angebotsphase, eine verbindliche Sofortzusage zu erhalten.

Wie reagiert der Vertrieb Ihrer Erfahrung nach auf die Risikoprüfsysteme am PoS – ist es für ihn eher Fluch oder eher Segen?

Wir haben ein durchweg positives Feedback auf unseren Zurich RisikoCheck. Die Vermittler loben die verbindliche Aussage über die Entscheidung, die deutlich schnellere Policierung und den Kompetenzgewinn gegenüber den Kunden. Für den Erfolg des Systems ist es wichtig, dass auch der Antragsleitweg elektronisch ist und die Vermittler sich im Verkaufsprozess und der Agenturorganisation auf das neue System einstellen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Silvia Ellinger.

Auf der heute beginnenden Fachkonferenz „Innovative Konzepte in der Antrags- und Leistungsbearbeitung“ wird Kirsch mit anderen Referenten über dieses Thema diskutieren.

Foto: Dr. Christian Kirsch, Leiter Underwriting and Protection Consulting, Zurich Gruppe Deutschland (Quelle: Zurich Gruppe)

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