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Kfz-Versicherer vor Zäsur

29.08.2016 – Carsharing_Q.pictures_pixelioDa Teilen und Tauschen von Dingen liegt derzeit voll im Trend. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC nutzt bereits jeder zweite Deutsche Share Economy. Zudem wollen künftig rund zwei Drittel der Deutschen Produkte oder Dienstleistungen teilen oder leihen. Viele Branchen reagieren bereits auf diesen Trend: So gibt es derzeit bereits bundesweit 150 Carsharing-Anbieter – mit entsprechenden Folgen für die Kfz-Versicherer.

Nach einer Schätzung von hnw Consulting könnten somit bis zum Jahr 2025 is zu 50 Prozent des heutigen Prämienvolumens entfallen. “Zwar wird die Schadenhäufigkeit durch moderne Fahrzeugtechnologien sinken. Im Gegenzug steigen allerdings die Schadendurchschnittsaufwände durch die zunehmende Komplexität in der Fahrzeugtechnologie stetig”, konstatiert Jürgen Wulf, Partner bei hnw consulting, in einem Beitrag für das Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft.

Die Kfz-Versicherer stehen damit nach Ansicht des Experten vor der Herausforderung, welche Optionen sich angesichts der künftigen Entwicklung ergeben. Dabei werde nicht nur der Markt für Autoversicherer insgesamt kleiner. Auch die Zahl der pro Haushalt eigenfinanzierten und -gehaltenen Fahrzeuge sinkt, betont der Experte.

Die Auslöser für diese Entwicklung sieht Wulf vor allem in einem massiven Wertewandel sowie neuen Mobilitätskonzepte. Zudem nutze die nachwachsende Generation der 18- bis 34-Jährigen bevorzugt den öffentlichen Nahverkehr, die Bahn, Fernbusse oder Privattaxis wie Uber. Wird doch mal ein Auto benötigt, wird dies gemietet oder geteilt.

Für das Produkt der Kfz-Versicherung bedeutet dies künftig einen eklatanten Rollenwandel. “Die Autoversicherung als konfigurierbares Ausstattungsmerkmal, als Teil des Mobilitätskonzepts, als Usage-based-Tarif oder beim autonomen Fahren als für den Fahrer irrelevant. Wer als Versicherer weiter das Geschäftsmodell im Mengengeschäft betreiben möchte, benötigt als Risikoträger eine klare Positionierung, in welchen Feldern er mitspielen möchte”, betont Wulf.

Eine wesentliche Veränderung liegt nach dessen Ansicht auch im Zuschnitt der Kundengruppe und der Risikosegmente. “Während die Bedrohungsszenarien im Privatkundengeschäft offenbar sehr direkt und disruptiv zu sein scheinen, spielt das Versichern von Fahrzeugflotten in der Zukunft eine wesentlich bedeutendere Rolle als bisher”, erläutert Wulf.

Demnach sei bereits bei einzelnen Marktteilnehmern eine Entwicklung hin zu spezialisierten Flotten- und Firmenkundenversicherern zu werden. Zwar seien derzeit bereits zehn bis 15 Versicherer in diesem Marktsegment aktiv. Gleichzeitig kämpfen diese noch mit hohen Schadenaufwänden und niedrigen Prämienniveaus, ergänzt der Experte HNW Consulting.

Die Versicherer stehen demnach vor der Herausforderung, “wie sie neue Technologien für neue Leistungen nutzen und sich strategisch auf das geänderte Verhalten der Kunden in den einzelnen Risikosegmenten in puncto neue Mobilität einstellen”, betont Wulf. (vwh/td)

bestellen_vwh“Geteilt und versichert”, in der Versicherungswirtschaft 08/16 (Zum Beitrag)

Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de

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