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Kfz-Versicherer: Viele Anbieter werden aufgeben

07.06.2016 – Morawetz_GenRe“Viele Assekuranzen werden das eigene Kfz-Geschäft in den nächsten Jahren aufgeben”, sagte Marco Morawetz von der General Reinsurance auf dem MCC-Kongress “Kfz Versicherung 2016″ in Bonn. Grund für den Ausstieg ist, dass viele Unternehmen in der Autoversicherung nicht profitabel seien: “Diese Anbieter werden die Autoversicherung vielfach nur noch als ‘White-label-Produkt’ über anderen Risikoträgern anbieten”.

Es werde deutlich weniger als die derzeit rund 100 Kfz-Versicherer geben. Der Experte geht zudem davon aus, dass der sogenannte Schweinezyklus sich stark “verkürzt”. Das ständige Schwanken von “guten” und “schlechten” Perioden werde immer schneller. So schätzt Morawetz, dass die Kfz-Versicherer schon 2017 “technisch” wieder in die roten Zahlen fahren. “Die Preise erodieren bereits”, so Morawetz. Deutliche positive Ergebnisse hätte die Branche nur in den Jahren 2014 und 2015 eingefahren. Hier lag die Schadenkostenquote bei 95 und 97 Prozent. Für 2016 würde sie sich auf 99 Prozent verschlechtern.

Gleichzeitig geraten Versicherer durch den Kampf um die Fahrzeugdaten, der vor allem von Kfz-Herstellern betrieben wird, weiter unter Druck. So zeigte Oliver Rullkötter von der Adam Opel AG auf, dass durch das im Fahrzeug integrierte Online-System OnStar die Kundenloyalität deutlich erhöht werden kann. Das Opel OnStar System erstellt beispielsweise jeden Monat eine Ferndiagnose über die wichtigsten technischen Systeme des Fahrzeuges. Gleichzeitig kann der Kunde jederzeit Sprachkontakt mit einem Callcenter aufnehmen oder einen Notruf absetzen. Das System ermöglicht das Auslesen von Fahrdaten und kann so als Basis für einen Telematiktarif genutzt werden.

“Einen solchen Tarif werden wir in der Kooperation mit der Allianzversicherung noch in diesem Jahr auf den Markt bringen“, sagte Rullkötter. Dabei könnten die Kunden bis zu 20 Prozent Prämien sparen. Nach Einschätzung von Morawetz rechnen sich Telematiktarife nicht, weil sie wesentliche Risikodaten, wie das subjektive Befinden des Fahrers oder die Wetterbedingungen nicht erfassen. “Die Kunden werden teilweise mit hohen Rabatten geködert”, so Morawetz. Trotzdem würde sich der Nachlass nur für kleine Zielgruppen, etwa junge oder älter Fahrer, rechnen.

Nach Einschätzung von Frank Feist von der Roland Assistance versuchen die Hersteller mit digitaler Vernetzung, die Kommunikation mit den Kunden zu besetzen. “Wenn hier die Autoversicherer nicht aktiv werden, dann verlieren sie immer stärker den Kontakt zum Kunden“, warnte Feist. Telematikangebote seien daher ein wichtiges Marketinginstrumente für die Assekuranz. (usk)

Bild: Marco Morawetz, Leiter Consulting der Gen Re (Quelle: Gen Re)

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