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Kfz: Profitabilität orientiert sich fast nur am Preis

20.07.2015 – Morawetz_GenReVon Marco Morawetz, Leiter Consulting der Gen Re in Köln. Die künftige Profitabilität der Kfz-Versicherung orientiert sich nahezu ausschließlich an der Frage, wer, wann, in welchem Umfang die nächste Preisrunde einläutet und wen er darüber hinaus mitreißen könnte.

Klar dürfte sein, dass das Marktumfeld im Gegensatz zu vorangegangenen zyklischen Bewegungen mit niedrigen Zinsen und unklaren Zukunftsperspektiven in der Lebensversicherung ungünstig ausfällt.

Sollte die Kfz-Versicherung und damit die größte Sparte der gesamten Schaden-/Unfallversicherung keine versicherungstechnischen Überschüsse mehr generieren, dürfte sich für viele Häuser zunehmend die Frage stellen, wo Gewinnpotenziale zu finden sind.

Der Gesamtmarkt stagniert im Gesamtvolumen seit Jahrzehnten, hat in den letzten 20 Jahren inflationsbereinigt ca. fünf Mrd. Euro verloren und damit volkswirtschaftlich an Bedeutung erheblich eingebüßt. Der bereits zu Deregulierungszeiten prognostizierte Konzentrationsprozess auf deutlich weniger Marktteilnehmer ist nahezu vollständig ausgeblieben, nach wie vor liefern sich mehr als 100 Versicherer eine unverändert intensive Auseinandersetzung um möglichst profitable Geschäftsfelder.

Dabei befindet sich der Direktvertriebsweg ungebremst auf dem Vormarsch Dieser Vertriebszweig wird von Internet- Vergleichsportalen dominiert, die einerseits
Transparenz innerhalb des Kfz-Versicherungsangebots erzeugen, andererseits aber auch einen erheblichen Druck auf die Preisgestaltung ausüben, da nur preisführende Produkte dort einen Absatz erfahren.

Stabiles Schadenbild

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Einzig volatiler Faktor in der Schadenbetrachtung ist der Bereich der Elementarschäden. (Quelle: GenRe)

Sofern keine unerwarteten Schadenbelastungen auftreten werden, kann aber mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass auch das laufende Jahr für die Gesamtbranche sehr erfolgreich verlaufen wird – die Trendwende war 2014 geschafft worden.

Zusammengefasst wird für das laufende Jahr ein weiterer Anstieg der Durchschnittsprämien prognostiziert, dieser dürfte allerdings mit +1,5 Prozent in Kraftfahrt- Haftpflicht, plus drei Prozent in Voll- und plus einem Prozent in Teilkasko deutlich niedriger ausfallen als 2014. Der reduzierte Beitragsanstieg wird inzwischen durch erste Auswertungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt, sodass diese Größe relativ gesichert das Jahr 2015 adäquat abbilden dürfte.

Die Gen Re prognostiziert in Kraftfahrt-Haftpflicht einen nahezu unveränderten endabgewickelten Schadenbedarf, in Vollkasko eine Steigerung von ca. fünf Prozent und in Teilkasko von ca. 15 Prozent, die nahezu vollständig auf höhere Elementarschaden-Erwartungswerte zurückzuführen sind.

Bild: Marco Morawetz, Leiter Consulting, GenRe (Quelle: GenRe)

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