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Kein Konkurrent für Versicherer

26.05.2014 – vvw-cover-150-33Interview  mit Ingo Telschow, Geschäftsführer Industrieversicherung der Daimler Insurance Services GmbH, über Marktrolle, Marktbeziehungen und Management des Versicherungssektors eines Industrieunternehmens.

Nach welchen Kriterien richten sich Ihre Deckungskonzepte und entsprechende Geschäfts- und Marktkooperationen? Kann man Sie als Inhouse-Makler des Versicherungsbedarfs des Unternehmens positionieren?

Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf, zumindest für den Bereich Corporate Insurance! Auf dem Gebiet der Industrieversicherung sind wir ganz klar als Inhouse-Makler tätig. Was die Deckungskonzepte betrifft, so richten sich diese einerseits schlicht und einfach nach dem Bedarf unseres Unternehmens, der sich aus der jeweiligen Risikosituation ergibt. Andererseits geht es um die Frage, inwiefern der Versicherungsmarkt diesen Bedarf mit seinen Angeboten sinnvoll abdecken kann. Fest steht in jedem Fall, dass die entsprechenden Konzepte qualitativ hochwertig und preislich wettbewerbsfähig sein müssen. Wichtige Kriterien bei der Auswahl unserer Partner sind Risikotragungsfähigkeit sowie finanzielle Stabilität sowie internationale Kompetenz bei der Steuerung globaler Programme. Wir haben aber noch zwei weitere wichtige Säulen: Wenn wir auf das Mitarbeitergeschäft schauen, sind wir als Mehrfachagent tätig und bieten den Mitarbeitern von Daimler in Deutschland qualitativ hochwertigen Versicherungsschutz an, etwa auf den Gebieten der betrieblichen Altersversorgung, der privaten Vorsorge sowie der Privatschutzversicherungen. Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag zur Attraktivität als Arbeitgeber.

Wie sieht es mit der Deckungskapazität für große und innovative technologische Industrierisiken aus? Wo liegen die Grenzen herkömmlicher Versicherbarkeit? Was schaffen Sie hier inzwischen quasi in eigener Souveränität?

Die Grenzen der herkömmlichen Versicherbarkeit sind dort erreicht, wo der Versicherer den Deckungsschutz der Höhe oder dem Grunde nach begrenzt und damit die Versicherung bestimmter Risiken ausschließt, die ein Industrieunternehmen wie Daimler nun mal zu tragen hat. In solchen Fällen nehmen wir die Risikovorsorge und Risikotragung dann eben selbst in die Hand – und das nicht erst seit gestern. Dabei ist zu betonen, dass nicht nur direkt monetär kompensierbare Risiken zu tragen sind, sondern für das Daimler-Risikomanagement auch andere bedeutsame Risiken – etwa Reputationsrisiken – im Fokus stehen.

Ihre Marktarbeit ist Teil einer Insgesamt-Veränderung der Versicherungslandschaft. Andere Automobilkonzerne rüsten ähnlich auf. Wenn diese und andere Branchen dadurch gewinnen, wer sind die Verlierer?

Generell ist und bleibt die globale Automobilindustrie auf lange Sicht eine Wachstumsindustrie – und das bietet für den Bereich der Autoversicherung ebenfalls immense Chancen. Im globalen Maßstab betrachtet wird der Kuchen also perspektivisch größer. Nicht zuletzt deshalb betrachten uns viele Versicherungsunternehmen als attraktiven Partner. Wir selbst sehen uns ausdrücklich nicht als Konkurrent zu Versicherungsunternehmen, sondern in erster Linie als zusätzlichen Vertriebskanal. Verlierer dieser Entwicklung werden aus meiner Sicht vor allem diejenigen sein, die sich zu wenig an diesen Bedürfnissen der Kunden und den daraus resultierenden Vertriebswegen orientieren.

Durch das Auto als mobile IT-Insel eröffnen sich enorme Potenziale an Geschäft und an Kundenbindung – Stichwort eCall. Inwieweit sind Hersteller und Versicherer hier Marktrivalen, Konkurrenten oder möglicherweise auch Partner? Wächst zusammen, was zusammengehört? Oder läuft es auf ein für Endkunden intransparentes Zusammenwuchern hinaus?

Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund der Ziele und Nutzenpotenziale derartiger Techniken beantworten. Die informationstechnologische Vernetzung des Automobils bietet zunächst einmal Chancen für den Kunden: Notsituationen, Sicherheitsaspekte, Wartung und Entwicklung oder auch Versicherungsbedarfen kann zunehmend Rechnung getragen werden. Die potenzielle Rivalität könnte sich aus Zielkonflikten insbesondere mit Blick auf den Zugang zum Kunden ergeben. Versicherungsseitig sehen wir jedoch auch ein hohes Kooperationspotenzial: Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, neu aufkommende Technologien in attraktive Lösungen für den Kunden zu verwandeln. Mit Hilfe von Telematiksystemen kann beispielsweise ein sicherer Fahrstil durch eine niedrigere Versicherungsprämie belohnt werden und so eine risikogerechtere Prämienkalkulation zugrunde gelegt werden.

 

Ingo Telschow, Geschäftsführer der Industrieversicherung der Daimler Insurance Services GmbH, verantwortet die Sachversicherung der weltweit rund 70 Produktionsstandorte des Daimler Konzerns. Darüber hinaus ist er auch für die Versicherung der Fahrzeug- und Materialtransporte sowie der Produkthaftpflichtrisiken verantwortlich sowie die Vorsorgeversicherungen der Belegschaft.

Das vollständige Interview ist in der kommenden Ausgabe der Versicherungswirtschaft (Heft 6/2014) ab 1. Juni zu lesen.

Bild: Für Ingo Telschow, Geschäftsführer Industrieversicherung der Daimler Insurance Services GmbH wird der Versicherungskuchen perspektivisch größer. (Quelle: Cover der nächsten Ausgabe der Versicherungswirtschaft, Heft 6/2014)

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