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Alternative Anlageklassen im Aufwind

26.06.2015 – Dornseifer_BAIKeineswegs Nebensache: BAI-Chef Frank Dornseifer hält die Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils und echte Diversifikation für wichtiger denn je. Im Exklusiv-Interview mit VWheute sieht er alternative Anlageklassen im Zuge von Solvency II durchaus mit Potenzial. Allerdings sei die “Frustrationstoleranz bei Versicherern” bereits “arg strapaziert” – mit wenig Aussicht auf Besserung.

VWheute: Was stört Assetmanager bei Versicherern & weiteren institutionellen Anlegern aktuell mehr: Regulierung oder die anhaltende Niedrigzinsphase?

Frank Dornseifer: Die Frustrationstoleranz bei Versicherern & Co. wird derzeit schon arg strapaziert. Der Blick nach vorne ist wenig verheißungsvoll und zwar sowohl im Hinblick auf den immer dichter werdenden Regulierungswald als auch im Hinblick auf das Niedrigzinsumfeld, bei dem mittlerweile eher in Jahrzehnten als in Jahren gedacht wird. Der Unterschied zwischen den beiden Aspekten liegt aber darin, dass die Regulierung beherrschbar und abänderbar ist. Im Hinblick auf das Niedrigzinsumfeld hat man den Eindruck derzeit nicht.

VWheute: Sehen Sie derzeit noch die Bäume im Regulierungswald?

Frank Dornseifer: Durchaus, auch wenn die Wuchsgeschwindigkeit aus meiner Sicht viel zu hoch ist. Früher oder später wird man am Ausholzen nicht vorbei kommen. Im Grünbuch zur Kapitalmarktunion gibt es ja erste Anzeichen, dass Regulierung auch einmal auf den Prüfstand zu stellen ist.

VWheute: Werden Alternative Investments je aus Ihrem Status herauskommen, „lediglich“ zur besseren Diversifizierung und der Optimierung der Rendite-Risikostruktur zu dienen?

Frank Dornseifer: Die Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils und Erzielung von echter Diversifikation sind heute wichtiger denn je. Im diesjährigen BAI-Investor-Survey wurde sehr deutlich, dass das Kriterium Diversifikation an Bedeutung weiter zugenommen hat. Das wird sich mittelfristig auch in den Portfolien der Investoren niederschlagen.

VWheute: Ihre Prognose: Werden Versicherer-Anlageportfolios in fünf Jahren noch so aussehen wie heute?

Frank Dornseifer: Unser jährlicher Investor-Survey zeigt bereits Trendwenden: nicht nur Cash, sondern verstärkt auch Staatsanleihen werden in Alternative Investments umgeschichtet. In fünf Jahren haben wir möglicherweise unter Solvency eine Eigenmittelunterlegung für Staatsanleihen und alternative Anlageklassen werden – den tatsächlichen Risiken entsprechend – besser gestellt. Ein Gesamtanteil von alternativen Investments am Portfolio in Höhe von 25-30 Prozent könnte dann realistisch sein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Rafael Kurz

Bild: Frank Dornseifer, Geschaeftsfuehrer/Managing Director-Bundesverband Alternative Investments (Quelle: BAI)

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