Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Jeder fünfte Azubi in den angestellten Außendienst übernommen

08.01.2014 – Sebastian Hopfner AGVSebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), beobachtet bei der Ausbildung in den Versicherungsunternehmen eine zunehmende Vertriebsorientierung. Nach der jüngsten Ausbildungsumfrage ist der Anteil der von den Unternehmen finanzierten Ausbildungsplätzen in den Agenturen in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen. Die derzeitige Diskussion um den Mindestlohn für Lehrlinge lehnt er ab.

VW-heute: Wie schätzt der AGV die aktuelle Debatte über die Einführung eines Mindestlohns für Lehrlinge ein?

Sebastian Hopfner: Wir lehnen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ab, erst recht für Auszubildende. Deutschland hat im EU-Vergleich eine erfreulich niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Sollte ein Mindestlohn auch für Lehrlinge kommen, wird dies auch bei der Ausbildungsbereitschaft in unserer Branche Schleifspuren hinterlassen. Im Koalitionsvertrag steht, dass das Mindestlohn-Gesetz im Dialog mit Arbeitgebern unter Arbeitnehmern aller Branchen erarbeitet wird. Darauf setzen wir.

VW-heute: Der AGV hat vor der Jahreswende seine jährliche „Ausbildungsumfrage“ der Versicherungswirtschaft veröffentlicht. Was sind die essentiellen Ergebnisse auch vor dem Hintergrund erhöhter Qualitätsanforderungen in der Beratung?

Hopfner: Die Erstausbildung hat in der Versicherungswirtschaft einen besonderen Stellenwert. Das sieht man auch an der Ausbildungsquote, die bei beachtlichen acht Prozent liegt. Herausragender Trend der letzten Jahre ist die Veränderung der Qualifikationsstruktur der Auszubildenden: Heute haben gut zwei Drittel der Azubis Abitur oder Fachabitur. Duale Studiengänge gewinnen in der Ausbildung immer mehr an Bedeutung.

VW-heute: Die Produkte in der Versicherungswirtschaft werden immer komplexer und sind schwieriger zu durchschauen. Auch verändern sie sich zunehmend. Wie reagieren die Unternehmen auf diese wachsenden Anforderungen und wie stellen sich die Versicherer darauf strategisch ein?

Hopfner: Die Versicherungsunternehmen reagieren darauf mit einer zunehmenden Vertriebsorientierung in der Ausbildung. So ist allein der Anteil der von den Unternehmen finanzierten Ausbildungsplätzen in Agenturen in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen, von 16,5 auf 23,8 Prozent. Das zeigt Wirkung: Von den Auszubildenden in den Unternehmen, die die Abschlussprüfung bestanden haben, wurde 2012 mehr als jeder Fünfte für den angestellten Außendienst übernommen.

Das Interview führte VW-heute-Korrespondent Herbert Kieffer.

Foto: Dr. Sebastian Hopfner, stellvertretener Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland (Quelle: AGV)

Autor:
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten