Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Italiens Herabstufung lässt Versicherer kalt

12.07.2013 – Der Warnschuss der Rating-Agentur Standard & Poor’s an die italienische Regierung hat zu keinen Panikreaktionen auf den Kapitalmärkten geführt. Gestern lag der Markt-Zins für zehnjährige italienische Staatsanleihen bei 4,36 Prozent, das waren acht Basispunkte weniger als am Mittwoch. S&P hatte am 10. Juli die Bonität Italiens von BBB+ auf BBB herabgestuft. Der Ausblick bleibt negativ.

Die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres Downgrading in den kommenden zwei Jahren beziffert die Agentur auf eins zu drei. S&P bemängelt die Überregulierung der Arbeits-, Service- und Produktmärkte. Die Agentur geht davon aus, dass in diesem Jahr die Staatsverschuldung Italiens von 125,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 132,8 Prozent steigt. 2015 wird sie nochmals höher ausfallen. Erst ab 2015 wird die Verschuldung nach S&P-Einschätzung langsam abnehmen. „Schon für 2013 sehen wir das Budgetziel in Gefahr“, warnt S&P. Dies liege an den Differenzen innerhalb der Regierung Enrico Letta, wie das Loch durch die Verschiebung der Hausbesitzersteuer und der Erhöhung der Mehrwertsteuer gestopft werden soll. Die Agentur kritisiert die Wettbewerbsschwäche Italiens wegen der hohen Preise für Energie, Verwaltung und Arbeit. Die Allianz hat im ersten Quartal ihr Engagement in Italien leicht reduziert. 29,2 Mrd. Euro hatte der Konzern Ende März in dem Mittelmeerstaat investiert, Ende 2012 waren es noch 31 Mrd. Euro gewesen. Das Anlageportfolio der Münchener summiert sich auf insgesamt 518 Mrd. Euro. „Der Anpassungsprozess bei den im Mittelpunkt der Krise stehenden Mitgliedsstaaten macht große Fortschritte“, ist man in München überzeugt. „Wir gehen davon aus, dass sich die Krise weiter abschwächen wird.“ Grund dafür ist die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank, den Euro zu retten. Die Munich Re hatte ihre Investitionen in Italien bereits seit 2011 reduziert. Ende März fielen lediglich etwa 1,5 Prozent der Kapitalanlagen des Konzerns auf italienische Staatsanleihen. Viele deutsche Versicherer sind dem Beispiel aus Risikogesichtspunkten gefolgt.

Link: standardandpoors.com

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten