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Internet der Dinge: Kundenbindung, neue Produkte und Schadenverhütung

21.10.2015 – Internet_Der_Dinge_BenW _ FlickrDas Internet der Dinge (IoT) können Versicherer nutzen für individuelle Produkte, zur Schadensvermeidung und zur Kundenbindung. Dieser Auffassung ist Ralph Sonntag von der HTW Dresden. Seine These: “Das Internet der Dinge ist der Katalysator für die Kundenbeziehung von morgen.”

Ein Vorreiter bei der Nutzung von Smart Home will beispielsweise die Axa-Versicherung sein. Mit einem Steuerungsgerät kann die Dichtigkeit von Wasserleitungen überwacht werden. Bereits vor der Funkausstellung in Berlin hat der Versicherer angekündigt, damit auch Kunden Versicherungsschutz über die Wohngebäude geben zu können, die zahlreiche Wasserschäden aufweisen.

Hier setzt auch die Generali mit Ihrem Domotics-System an. Heizungen und Geräte würden überwacht und könnten per App gesteuert werden. Zuätzliches Plus: Bei Einbruch oder Feuer schlägt das Smartphone oder Tablet sofort Alarm.

Auch Assistenzsyseme in Fahrzeugen gehören mit Hochschullehrer Ralph Sonntag in dieses Feld der smarten neuen Welt. Längst sieht er im aktuellen 3m5-Kundenmagazin noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Er führt als besonders smarte aktuelle Beispiele mit Vorbildcharakter auch für Versicherer an: Santacruzbicycles.com analysiert den Fahrstil des Bikers und gibt an, wie er beispielsweise möglichst effizient einen Berg erklimmen kann. Eine Anwendung wie Healthycow.com spart dem Landwirt Zeit, indem die Kühe per Kamera überwacht werden. Besondere, zyklisch auftretende Unruhe, signalisiere dem Bauer, wann eine Besamung die besten Aussichten hätte. Weiteres Anwendungsfeld: Die intelligente Pillendose von adheretech.com sagt Bescheid, wann es Zeit für die Medikamente ist.

Der Forscher empfiehlt der Versicherungswirtschaft allerdings bei der Entwicklung von Anwendungen in Sachen Internet der Dinge, vor allen Dingen die Akzeptanz der Kunden im Blick zu behalten. Denn, so Sonntag, “Vertrauen ist die Basis für die Einführung von IoT.”

“Die Königsklasse beim digitalen Menschen wird irgendwann ein Chip-Implantat sein, das persönliche Daten zu Gesundheit oder Fitness verarbeitet und die möglicherweise auch für Krankenkassen relevant sein können”, hat hier jüngst Telekom-Vertriebsexperte Thomas Eckert gegenüber VWheute erklärt.

Connected Car, Connected Home und Connected Self sind mit Andreas Nolte, IT-Chef der Allianz Deutschland, die Trends. Seine These: Das Internet der Dinge bewirkt eine Transformation der Versicherungsbranche vom Kostenregulierer zum Dienstleister.

“Die Kür – aus heutiger Sicht, morgen ist auch sie schon Pflicht – heißt Internet der Dinge, das Connected Life”, sagt Versicherungsexperte und Buchautor Volker P. Andelfinger: “Daraus lassen sich Chancen ableiten, die die Versicherungsbranche heute noch weitestgehend links liegen lässt.” Neue, integrative Geschäftsmodelle und Produkte, besseres Underwriting, bessere Ansprache mit bedarfsgerechteren Angeboten für Kunden zum Beispiel.

Egal ob Fernseher, Smartphone, Waschmaschine oder Auto – veraltete Software kann das Internet der Dinge zum Zusammenbruch bringen. c’t-Redakteur Benjamin Benz hatte unlängst gewarnt: “Die Geräte wurden ursprünglich für einen anderen Zweck gemacht. Man hatte die Sicherheit damals gar nicht im Kopf. Am Ende steht man mit einem Gesamtkonstrukt da, was keiner mehr überblickt, was keiner auch so wirklich warten kann.”

Ein Sturmtief hochvernetzter globaler Risiken zieht auf, glaubt man der Einschätzung von Experten der Zurich Versicherung. Ihre These: Die Risiken des Internet of Everything sind nur mit extremen Datenschutzanforderungen in den Griff zu bekommen. (vwh/ku)

Bildquelle: Ben W/ Flickr

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