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Infrastruktur: Leerlauf trotz Investitionslust

02.05.2016 – Infrastruktur_GDVOb Kraftwerke, Flug- und Seehäfen, Mautstraßen oder Telekommunikation – in Zeiten des Nullzins des billigen Geldes bietet die Infrakstruktur derzeit ein weites Investmentfeld mit lukrativen Geschäftschancen. So wird die Assetklasse durchaus immer beliebter – nicht nur bei den Versicherern wie Allianz, Talanx & Co., sondern auch bei Anlegern und Pensionskassen. Das Problem: Es herrscht noch Leerlauf an der Investitionsfront.

So scheinen Infrastrukturinvestments aktuell mehr denn je dazu bestimmt, lange Zahlungsverbindlichkeiten auf der Versicherungsseite in der Kapitalanlage zu decken. Gleichwohl müssen die potenziellen Investoren einen Balanceakt der richtigen Risikokalkulation vollziehen: Denn je abgesicherter und schwankungsärmer die Projektgewinne sind, desto geringer die Rendite.

Dennoch war das Geschäftsklima für die Versicherer auf den ersten Blick wohl nie so verlockend wie heute, um in das Infrastruktur-Business hineinzugehen. “In einem Spannungsfeld zwischen Niedrigzinsphase und den zu erfüllenden Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen wird die Wahl einer richtigen Absicherungsstrategie und der passenden Asset-Klassen zu einem Wettbewerbs sowie Überlebensfaktor für die Lebensversicherungs- und Versorgungswirtschaft”, erläutert Alina Singer, Geschäftsführerin der Vers Leipzig in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Zudem können die Akteure “ihre Risiken in dieser Form der Kapitalanlage breiter streuen und kaufen leicht höhere Erträge ein, indem sie auf Liquidität verzichten”, ergänzt Holger Kerzel, Geschäftsführer von Meag. So hat sich der Vermögensverwalter der Munich Re und der Ergo unter anderem an der Finanzierung des Seehafens in London sowie an einem Solarpark in Großbritannien beteiligt.

Auch die Allianz sieht derzeit in den erneuerbaren Energien eine lukrative Einnahmequelle außerhalb des Kerngeschäfts. Insgesamt gehören 63 Wind- und sieben Solarparks zum Bestand von Allianz Capital Partners (ACP), was mittlerweile dem Energiebedarf des Stadtkerns der französischen Hauptstadt Paris entspricht. Das derzeitige Investitionsvolumen: Mehr als drei Mrd. Euro.

In Deutschland werden die Versicherer mit ihrem gewaltigen Kapitalsammelbecken jedenfalls für die Modernisierung des Standorts Deutschland gebraucht. Dabei sollen nach dem Willen des Bundesverkehrsministeriums in den nächsten anderthalb Jahrzehnten knapp 265 Mrd. Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege fließen. Dabei haben die Versicherer mit einem Kapitalanlagebestand von 1,5 Billionen Euro in ihrer Rolle als Investoren naturgemäß ein großes und auch berechtigtes Interesse daran, ihr Infrastruktur-Engagement in eine neue Dimension zu befördern. Das Problem: Momentan fließt jedoch weniger als ein Prozent aus der Kapitalanlagekasse in solche Projekte.

So wurden allein in Deutschland bislang nur zwei große Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr und Energie vom Koordinationsausschuss des European Fund for Strategic Investment (EFSI) genehmigt. Dazu zählen die Erweiterung der A6 von Wiesloch-Rauenberg bis Weinsberg im Rahmen eines Public-Private-Partnerships und der Bau eines Gasmotorenkraftwerkes in Norddeutschland.

Die Folge: Nach Einschätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) droht der Bundesrepublik aufgrund zu geringer Investitionen der Verlust ihrer Attraktivität als internationaler Business-Platz. Dabei beziffert das DIW die deutsche Investitionslücke auf jährlich rund 75 Mrd. Euro. Vor allem in den Bereichen digitale Infrastruktur und Innovation herrsche großer Bedarf an privatem Kapital.

Hauptkritikpunkt seitens der Versicherer sind dabei vor allem die strengen Regeln. Dass Public Private Partnerships allerdings volkswirtschaftliche Werte für beide Parteien schaffen, glaubt auch Andreas Gruber, Chief Investment Officer bei Allianz Investment Management. Dennoch haben es die Versicherer nicht immer selbst in der Hand, ins Geschäft zu kommen. Doch wenn sie es tun, müssen sie ihre Investments klug dosieren, um die daraus resultierenden Marktchancen für sich zu nutzen. (vwh/mst)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der neuen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.

Bildquelle: GDV

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