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In der Lebensversicherung sind Flexibilität und Kreativität gefragt

12.11.2013 – „Mittelmäßig“, so schätzt Standard & Poor’s derzeit alles in allem die Zukunftsaussichten der deutschen Lebensversicherer ein. Vom Tod der Lebensversicherung ist allerdings nicht die Rede.

Mit Blick auf das Länder-Risiko zeigt sich die Rating-Agentur davon überzeugt, dass angesichts des relativ hohen Wohlstands in Deutschland, der vergleichsweise guten wirtschaftlichen Lage, der politischen Verhältnisse, der deutschen Mentalität und Zahlungsmoral und der demografischen Entwicklung die Prämieneinnahmen auch in Zukunft weiter munter sprudeln sollten. Gefahr drohe allerdings vom Produkt her – insbesondere wegen dessen spezieller Ausgestaltung mit extrem langfristigen Garantien.

Um diesem Problem nachhaltig zu begegnen, wären wohl vor allem viel Flexibilität und eine hohe Innovationskraft gefragt. Faktisch war die Branche speziell im Hinblick auf Produktinnovationen allerdings bisher nie sehr auffällig geworden. Musste sie auch nicht sein, denn zunächst führte ihnen die Politik lange Jahre mit attraktiven Steuerprivilegien genug Kunden zu. Als dies beendet wurde, übernahmen etwas anders strukturierte staatliche Anreizsysteme diese vertriebsunterstützende Funktion. Auf der Kapitalanlageseite konnten sich Lebensversicherer ebenfalls lange Zeit auf Vater Staat, dessen Kreditbedarf und die von ihm zwecks Kapitalbeschaffung emittierten Wertpapiere verlassen.

Das erste richtig heftige Trauma bescherte ihnen die „freiwillige“ Beteiligung beim Kapitalschnitt der Griechenland-Papiere. Für das jüngste Schockerlebnis sorgte die EZB mit ihrer erneuten Leitzinssenkung erst vor wenigen Tagen.

In jüngerer Zeit „entdecken“ die Kapitalanleger der Versicherer daher wieder zunehmend, dass schlichte Häuslebauer und kleine wie große Unternehmen vielleicht doch nicht die schlechtesten Kreditnehmer sind. Ebenso scheint ihnen bewusst zu werden, dass die politisch gewollte Energiewende und die Sanierung der maroden deutschen Verkehrsinfrastruktur ihnen nachhaltige Erträge bringen könnten.

Der Bedarf an Schutz durch ein Versicherten-Kollektiv besteht völlig unabhängig von der aktuellen Kapitalmarktsituation. Er steigt sogar an. Für die Lebensversicherer wäre es sinnvoll, noch einmal grundsätzlich über ihr Produkt und über den tatsächlichen Kundenbedarf nachzudenken. Dabei könnte schon ein Blick auf die Kollegen aus – beispielsweise – der Kfz- oder der Rechtsschutzversicherung hilfreich sein. Die haben sich nämlich schon länger auf den Weg vom reinen Finanzierer zum echten Dienstleister gemacht. (rem)

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