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Huk kehrt zurück in die gute alte “HGB-Bilanzierungswelt”

15.04.2015 – roessler_remRund zehn Jahre nach dem Einstieg in die IFRS-Bilanzierung ist die Huk Coburg mit der Bilanz 2014 wieder zur reinen HGB-Rechnungslegung zurückgekehrt. Begründet wird dieser Schritt damit, auf diese Weise die Komplexität wieder etwas zu reduzieren. Das wird andere Versicherer, die diesen Schritt nicht nachvollziehen können, vor allem unter dem Wettbewerbsaspekt nicht unbedingt erfreuen.

“Vier Rechnungslegungswelten”, nämlich einen IFRS-Abschluss, den vorgeschriebenen HGB-Abschluss für die Einzelgesellschaften, die Solvabiltäts-Berichterstattung und die Steuerbilanz: “Das halten wir insbesondere wegen der hohen Komplexität in der Solvency- und IFRS-Welt für zu viel”. So kurz und bündig erklärte Wolfgang Weiler, Vorstandssprecher der Huk, anlässlich der Bilanz-Vorlage 2014 die Rolle rückwärts in die gute alte Welt der reinen HGB-Bilanzierung, die sein Haus im Berichtsjahr vollzogen hat.

Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nutzt damit eine Chance, die anderen Versicherern wegen ihrer Rechtsform einer börsennotierten Aktiengesellschaft verwehrt ist – und er verschafft sich auf diese Weise wohl zugleich einen nicht unerheblichen weiteren Kostenvorteil. Den hat die Huk Coburg schließlich beispielsweise schon durch ihre spezielle Vertriebsstruktur, was der Konkurrenz nicht zuletzt in der Kfz-Versicherung den Wettbewerb oft ziemlich schwer macht, wie Weiler zuweilen genüsslich deutlich macht.

Nun haben er und seine für das Rechnungswesen und das Controlling zuständige Vorstandskollegin Sarah Rössler also zusätzlich noch einen nicht unerheblichen Teil jener Kosten gekappt, unter denen die gesamte Branche wegen der generell zunehmenden Regulierungswut immer mehr ächzt. Denn sie erhöht letztlich nur die Komplexität massiv und beschäftigt ganze Kompanien hoch spezialisierter Fachleute, ohne dass insbesondere für die Versicherungskunden ein Nutzen so recht erkennbar wäre. Auch jener nicht, den sich Versicherungsvorstände einst vom Übergang auf diese Rechnungslegungs-Variante mit Blick auf die Steuerung ihrer Unternehmen versprachen. Der erwies sich nämlich in der Praxis gerade für einen Versicherer als so groß offensichtlich nicht, lässt Rössler deutlich anklingen.

Schon gar nicht mehr, seit sich die Erwartung mehr und mehr als trügerisch erweist, dass “die IFRS- und die Solvency-Ebene dauerhaft eng beieinander liegen“, wie Weiler formulierte. Hinzu kommte , dass “der IFRS-Einstieg der Huk Coburg vor mehr als zehn Jahren auch dadurch motiviert war, kapitalmarktfähig zu werden, um so für eine eventuelle Akquisition leichter an Kapital kommen zu können“. Das jedoch sei jetzt “kein Thema mehr”. Dies einerseits angesichts des hohen organischen Wachstums, das die Huk Coburg vorlegt, und andererseits dank der großen Finanzstärke des Konzerns, die eine Akquisition – falls sie sich denn anböte – auch so finanzierbar mache. (rem)

Bild: Sarah Rössler, Huk-Vorstandsmitglied (Quelle: rem)

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