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Höheres Zinsniveau für Lebensversicherer mittelfristig willkommen

18.09.2015 – Wolgast_DGSVZu den Auswirkungen eines abrupten Zinsanstiegs auf das Geschäft der deutschen Lebensversicherer Michael Wolgast, Chefvolkswirt des Sparkassen- und Giroverbands, exklusiv für VWheute. Möglicherweise ist die Nachfrage im Bereich der kapitalbildenden Lebensversicherung sehr viel weniger zinsabhängig als dies oft behauptet wird.

Langfristige Garantien – auch auf einem reduzierten Niveau – oder aber auch das Versprechen einer lebenslangen Auszahlungsleistung im Bereich der Verrentung sind bereits für sich genommen Vorteile in der kapitalbildenden Lebensversicherung, die immer ausgespielt werden können.

Von daher wäre ich optimistisch, Produkte der Lebensversicherungswirtschaft auch bei einem ansteigenden Zinsniveau weiterhin verkaufen zu können, zumal die Produktpalette ja auch noch sehr viel vielfältiger ist. Die Auswirkungen eines veränderten Zinsniveaus zeigen sich insofern bei den Lebensversicherern vor allem im Bereich der Kapitalanlage. Hier kommt es auf die Fristenstruktur im Assetbestand an, die für die einzelnen Unternehmen, je nachdem, welche Kapitalanlageentscheidungen zuletzt vorgenommen wurden, unterschiedliche Konsequenzen bedeutet.

Zumindest mittelfristig sollte ein höheres, deutlich normalisiertes Zinsniveau für die Lebensversicherer aber insgesamt willkommen sein. Die Gefahr eines Runs, also massenhafter Kündigungen im Bereich der Lebensversicherung bei einem Zinsanstieg sehe ich nicht. Auch bisher haben sich die Kunden bei Sparkassen und Lebensversicherern auch im Zuge veränderter Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten stets sehr besonnen und vernünftig verhalten.

Bild: Michael Wolgast, Chefvolkswirt des Sparkassen- und Giroverbands (Quelle: DGSV)

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