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Hartes Geschäft mit dem Transport

18.05.2016 – Schiff_GDVOb abstürzende Flugzeuge, gestohlene Lastwagen oder gekenterte Schiffe – die Transportversicherung gehört zweifelsohne zu den spektakulärsten Sparten. Gleichzeitig zählt die älteste Versicherungssparte derzeit auch zu den lukrativsten Märkten. Laut Iumi belief sich das weltweite Prämieneinkommen im Jahr 2014 auf 32,6 Mrd. US-Dollar.

Allein 17 Mrd. US-Dollar entfielen dabei auf die Warentransportversicherung. Da die neuen Containerriesen auf den Weltmeeren allerdings immer größer, effizienter und teurer werden, steigen auch die Risiken für die Transportversicherer. Schließlich kann die Havarie eines solchen Stahlkolosses schnell zu einem Schaden in Milliardenhöhe werden.

Gleichzeitig werden die Transportversicherer auch in technischer Hinsicht vor neue Herausforderungen gestellt, wie folgende Beispiele zeigen: So bestellte die dänische Maersk Line 2015 bei Daewo in Südkorea elf Containerschiffe, die für rund 20.000 Standardcontainer ausgelegt sind. Die Gesamtversicherungssumme entsprechend dem Wert der Ladung kann dabei bis zu 500 Mio. US-Dollar bringen.

Besonders problematisch sind zudem die schwimmenden Autotransporter, welche bis zu 5.000 Neuwagen aufnehmen können. Gerade in jüngster Zeit gerieten die Transportriesen durch Seitenwinde oder übersehene Sandbänke in gefährliche Schieflage. Dabei müssen die Versicherer nicht nur für die Kosten der Bergung und die Schäden am Schiff aufkommen, sondern auch für den Totalverlust der Ladung, welche die Hersteller für gewöhnlich verschrotten lassen.

Zunehmenden Risiken sind auch die Flüssiggas-Tanker und immer gigantischeren Kreuzfahrtschiffe ausgesetzt. So reichen die Risikoszenarien der neuartigen Tankschiffe von einer durch Sprengstoff verursachten Tankleckage bis hin zur Entführung eines ganzen Schiffes. Und auch die Bergung eines Kreuzfahrtschiffes kann heute schnell in die Milliarden gehen. Allein der Schaden durch die Costa Concordia wird mittlerweile auf rund zwei Mrd. US-Dollar geschätzt.

Bei den deutschen Transportversicherern schwanken die Beitragseinnahmen seit Jahren konstant bei etwa 1,7 Mrd. Euro, was durchaus auch einem Abbild der Schadenlage entspricht. Allein 2015 lag die Schadenbelastung mit 1,2 Mrd. Euro im Schnitt der letzten Jahre. Echtes Wachstum erlebt die Transportversicherungssparte hingegen kaum, wie die Zahlen des GDV und der Bafin belegen.

Allein 2014 stieg die Zahl der Verträge um 2,9 Prozent an. Die Beitragseinnahmen stiegen jedoch im gleichen Zeitraum nur um 0,4 Prozent an. Der Langfristvergleich zeigt zudem, dass die Beitragseinnahmen seit 2004 trotz gestiegenen Vertragsbestandes fast konstant geblieben sind.

Weltweit macht den Transport-Underwritern jedoch noch etwas ganz anderes zu schaffen – nämlich die Untertarifierung und zu kundenfreundliche Versicherungsbedingungen, was letztlich zu einem großen Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage führt. Zudem leiden die Schiffseigner auch unter einer mangelnden Profitabilität – die Folge sind Zahlungschwierigkeiten bei den Prämien. Unter dem Strich befinden sich die Transportversicherer also auf absehbare Zeit auch weiterhin auf schwerer See. (vwh/ba/cpt)

Bildquelle: GDV

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